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Forschungsprojekt „WDVS-Modulation“ für neue Formen der Fassadendämmung

(30.1.2013; BAU 2013-Bericht) Dürfen gedämmte Fassaden ihrer Energiesparfunktion Ausdruck verleihen? Ja, meinen die Beteiligten des Forschungsprojekts „WDVS-Modu­lation“ und präsentierten auf der BAU 2013 einen völlig neuen Ansatz bei der Gestal­tung von Fassadendämmungen.


3D-Bild für Rot/Cyan-Brille (3D-Bild vergrößern; siehe auch 2D-Bild)

Wenn auch für Dämmstoffe der Grundsatz „form follows function“ gilt, werden verein­heitlichende Sanierungen von Bestandgebäuden vermieden, die Energieeffizienz von Dämmsystemen gesteigert und - vor allem - neue planerische Gestaltungs­möglichkei­ten erschlossen. Eine erste Realisierung ist im Laufe des Jahres 2013 geplant.

Das Dämmen von Fassaden ist eine unbestreitbare Notwendig­keit und vor allem im Gebäudebestand gehören Wärmedämm-Verbundsysteme zu den bestimmenden Baumaterialien unserer Zeit. Doch die gestalterischen Möglichkeiten dieser Systeme werden in Planung und Ausführung nicht ausgeschöpft. An dieser Erkenntnis setzt das Forschungsprojekt der Münchener Architekten Hild und K an - vertreten durch Andreas Hild und Faraneh Farnoudi. Im Rahmen der vom Bundesbauministerium gegründeten Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ prüfen sie ge­meinsam mit ihren Partnern Sto AG und Bayerische Hausbau „Modulationsmöglichkeiten der Gebäudeaußenhaut mittels wär­mesensitiver Aufnahmeverfahren“. Dabei geht es konkret da­rum, durch eine dreidimensionale Modulation der Dämmschicht sowohl die Fassadengestaltung zu individualisieren als auch die Leistung der Dämmsysteme zu verbessern.

Ausgangspunkt der Überlegungen ist der unterschiedliche Wärmedurchgang verschie­dener Bauteile einer Bestandsfassade. Wird die Dimensionierung des Dämmstoffs den ungleichen Wärmedurchgangskoeffizienten angepasst, entsteht eine Neuordnung der Oberfläche, die sich aus den unterschiedlichen thermischen Zuständen der Bauteile ableitet. Hierfür berechnet ein Computerprogramm auf der Basis von thermografischen Aufnahmen (z.B. Bild rechts oben) Wärmedurchgänge und Mängel in der thermischen Hülle, Temperaturverteilungen sowie Wasserdampf-Diffusionsströme des Gebäudes und simuliert diese dreidimensional:

Die Simulation ist Grundlage der variantenreichen Entwurfsmöglichkeiten und zugleich der individuellen Fertigung der Dämmelemente. Diese Technik sorgt nicht nur für ein völlig neues Erscheinungsbild von Fassaden, sondern spart zugleich Ressourcen, da stets nur so viel Dämmung eingesetzt wird, wie an der jeweiligen Stelle nötig ist. So nimmt die Funktion des Wärmedämm-Verbundsystems Gestalt an und eine authenti­sche Form des Materialeinsatzes ist gewährleistet.

Hild und K zeichnet verantwortlich für dieses Projekt und baut dabei auf langjährige Erfahrung bei der Fassadengestaltung - auch unter Nutzung von Wärmedämm-Ver­bundsystemen. Die Sto AG unterstützt das Forschungsprojekt hinsichtlich der Mate­rialwahl, der Ausführbarkeit und der technischen Anforderungen - nicht zuletzt auch an die Beschichtungsmaterialien - sowie bei Fragen der Qualitätssicherung. Das erste individualisierte Fassadendämmsystem soll im Lauf des Jahres 2013 realisiert werden.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt „WDVS-Modulation“ können per E-Mail an Sto angefordert werden.

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