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Die Rolltreppe wird 120 Jahre alt

(27.1.2013) Als am 16. Januar 1893 die erste Rolltreppe in der New Yorker Cortlandt Station den Betrieb aufnahm, waren die Meinungen gespalten. Von Menschen, die wie „Kisten, Kartons oder Vieh“ transportiert werden, sprachen die einen, die ande­ren dagegen vom „Endlosband der Moderne“. Letztere sollten Recht behalten. So viel steht 120 Jahre später fest. Täglich werden Hunderte Millionen Menschen sicher auf Fahrtreppen, wie sie offiziell heißen, befördert. Beinahe unbemerkt verrich­ten sie ihren Dienst in Kaufhäusern, Bahnstationen oder Flug­häfen. Dabei erweisen sich die stillen Stars des Personentrans­ports als unverzichtbar für einen reibungslosen und geordneten Verkehrsfluss.

Erfolg mit Verzögerung

Zum Massentransportmittel avancierte die Rolltreppe allerdings nicht von heute auf morgen. Erst 1895 konnte Erfinder Jesse W. Reno ein zweites Exemplar installieren - als Jahrmarktattraktion im Vergnügungspark Coney Island. Auf der Pariser Weltaus­stellung im Jahr 1900 wurde die Rolltreppe zwar vom technikbegeisterten Publikum gefeiert. Aber erst als die Einwohnerzahlen der größeren Metropolen in den 1930er Jah­ren anstiegen, etablierte sie sich allmählich als fester Bestandteil des öffentli­chen Lebens.

Erstaunlicherweise hat sich an dem Antriebsprinzip über all die Zeit wenig geändert. „Grundsätzlich basieren Fahrtreppen auch heute noch auf einem Endlosband, an dem Stufen befestigt sind und das durch Zahnräder betrieben wird. Selbst den sich mitbe­wegenden Handlauf gab es damals schon“, sagt Markus Elsenberger vom führenden Hersteller Schindler. Ein Menge getan hat sich dennoch. Vor allem bei der Sicherheit: „Die ersten Anlagen waren ziemlich grobe Kisten, die vielfältige Gefahrenpotenziale bargen.“ Beispielsweise bestanden die Handläufe früher aus einzelnen Holzteilen, an deren Zwischenräumen man sich jederzeit schmerzhafte Quetschungen zuziehen konnte.

Rolltreppen produzieren Strom

Auch mit Blick auf den Energieverbrauch sind inzwischen ande­re Zeiten angebrochen. So war der Elektromotor der ersten Rolltreppe nur darauf ausgerichtet, die klobige Konstruktion in Gang zu halten. Heutzutage hat dagegen ein möglichst Energie sparender Betrieb oberste Priorität. „Das fängt bei leichteren Materialen und Bauteilen an. Beispielsweise bestehen die Stu­fen aus Aluminium anstelle von Stahl“, erläutert Markus Elsen­berger. „Außerdem werden moderne Fahrtreppen lastabhängig betrieben. Der Energieverbrauch des Motors passt sich auto­matisch an das jeweilige Passagieraufkommen an.“ Eine große Errungenschaft in Sachen Nachhaltigkeit ist zudem die Ener­gierückgewinnung. „Hierbei wird überschüssige Energie aus vollbesetzten Abwärtsfahrten zurück in das Versorgungsnetz geleitet. Die Anlagen produzieren also eigenen Strom.“

Weitere Informationen zu Rolltreppen bzw. Fahrtreppen  können per E-Mail an Schindler angefordert werden.

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