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Unterirdischer Kreisverkehr schafft Platz für innerstädtische Neugestaltung

(9.11.2010) Die Schweizer sind für ihre Tunnelbauten bekannt und haben erst kürzlich mit dem Gotthardtunnel den längsten Tunnel der Welt durchstochen. Derzeit verlegt Bern sogar einen Kreisverkehr knapp 10 m in die Tiefe und will aus einer tristen Straßenkreuzung ein attraktives Eingangstor zur Landeshauptstadt machen - siehe Bing-Maps, Google-Maps sowie Google-Street-View (oberirdisch):

Stark belastete Straßenkreuzung

Über 65.000 Fahrzeuge quälen sich jeden Tag durch den Verkehrsknoten in Autobahnnähe. Das hat nicht nur Wartezeiten für die Autofahrer zur Folge, sondern belastet auch die Umwelt und behindert den öffentlichen Nahverkehr. Deshalb wird der Wankdorfplatz zweigeschossig umgestaltet – und damit ein Projekt aus einem Ideenwettbewerb zügig in die Realität umgesetzt. Ab 2012 soll der unterirdische Kreisel mit knapp 50 m Durchmesser den Verkehrsfluss beschleunigen und gleichzeitig oberirdisch Platz für Fußgänger und Radfahrer sowie eine verbesserte Bus- und Straßenbahnführung schaffen.

Für die vorgespannten Unterzüge und die Stahlbetondecke sowie für die konisch geformten Kreiselwände in Sichtbetonqualität entwickelten die Schweizer PERI Ingenieure Schalungslösungen unter Verwendung weitgehend mietbarer Systemgeräte, abgestimmt auf die entsprechenden Anforderungen der Baustelle.

Die Wandschalungselemente für die gekrümmten Kreiselaußenwände wurden auf Basis des VARIO GT 24 Träger-Wandschalungssystems von PERI maßgenau vorgefertigt. Die Radien betragen hierbei 30 bis 45 m bei einer Wandneigung von 10:1. Vorteilhaft, da Zeit und Kosten sparend, war der kombinierte Einsatz mit der TRIO Rahmenschalung auf der Gegenseite. Hierfür wurden die Ankerstellen der VARIO Elemente auf das TRIO Ankerraster abgestimmt.

Die Herstellung der 1,80 m breiten, vorgespannten Unterzüge mit variablen Höhen zwischen 1,15 m und 2,70 m erfolgte auf einer zum Kreiselzentrum hin ansteigenden Trag- und Arbeitsebene. Diese wurde gebildet aus dem flexiblen Multiflex Träger-Deckenschalungssystem, mithilfe von GT 24 Gitterträgern als tragfähiger Doppeljoche und kostengünstigen VT 20 Querträgern. Als Unterstützung diente das Multiprop-System, mit MRK Rahmen zu Stütztürmen verbundene Multiprop Alu-Deckenstützen. Diese ließen sich dank der Schnellwirbelmutter und des eingebauten Maßbands leicht für die unterschiedlichen Höhen zwischen 5 und 6 m einstellen. Als Seitenschalung diente wiederum die TRIO Rahmenschalung. Mit der aufgedoppelten, rückseitig verschraubten Schalhaut konnten gute Betonoberflächen erzielt werden.

Im Anschluss an die Unterzüge waren die vier Deckensegmente zwischen den kreuzförmig angeordneten Unterzügen herzustellen. Der sehr eng gesteckte Bauzeitenplan erforderte, dass die Schalung für die gesamte Deckenfläche – etwa 1.400 m² - vorzuhalten war. Die bis zu 1,20 m starke Stahlbetondecke verläuft kegelstumpfförmig mit etwa 3% Gefälle auf der Oberseite. Die Deckenunterseite weist außerdem fünf Höhenversätze und unterschiedliche Neigungen auf. Im Dialog mit der Baustelle erarbeitete PERI hierfür ein Schalungskonzept, das ein sicheres und exaktes Positionieren der hierfür erforderlichen Aufsatzmodule ermöglichte.

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