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Deutscher Fassadenpreis 2010: Energieeffiziente Fassadendämmung

(6.10.2010) Der Deutsche Fassadenpreis 2010 ist entschieden. In der Kategorie 5 "Energieeffiziente Fassadendämmung" gab es 3 Gewinner.

1. Preis - für ein Gestaltungskonzept mit thermischen Mitteln

Auf den ersten Blick mutet der Neungeschosser in der Oberaltenallee nahe der Hamburger Innenstadt (siehe Google-Maps und/oder Bing-Maps - vermutlich noch im Originalzustand) wie ein Neubau an: Seine Außenhülle schwingt in fein abgezirkelten Wellenbewegungen und gibt ein organisch-fließendes, modernes Erscheinungsbild ab. In Wahrheit aber verbirgt sich hinter diesem Wohnhaus ein vormals eckig geschnittenes Laubenganghaus des Baujahres 1965, das kombiniert energetisch saniert und außenseitig neu gestaltet wurde.

Das Besondere an diesem Konzept: Das eingesetzte Wärmedämm-Verbundsystem dient nicht nur als funktionale Thermohülle, sondern zentral zur Ausprägung der jetzigen, weichen Silhouette. Spezielle, radial geformte WDVS-Elemente, in Verbindung mit den neuen Balkon-Betonformteilen, sind die Träger dieser gelungenen Gebäude-Metamorphose.

Ein mutiger Entwurf, eine kluge Gestaltungsidee und eine bis in die Einzelheiten überzeugende technische Umsetzung, urteilte die Jury. Der 1. Preis in dieser neuen Kategorie des Deutschen Fassadenpreises belohnte daher die drei Beteiligten aus Hamburg, die durch ihre enge und kompetente Zusammenarbeit dem Projekt zum Erfolg verhalfen: die Bauherrin, die Baugenossenschaft Fluwog-Nordmark eG, das Planungsbüro KBNK Architekten und den ausführenden Betrieb, Goldammer & Martens.

2. Preis - für die gekonnte Dämmung und Gestaltung eines Klinkergebäudes

Das Hamburger Klinker-Wohngebäude in der Starstraße mit seinen fünf Eingängen wurde 1950 errichtet. Die prägenden Elemente der Anlage bilden dabei die runden Türme an den Gebäudeecken (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps). Bei einer vorhergehenden Sanierung waren die Türme mit Blechen verkleidet worden, um Undichtigkeiten zu kaschieren (siehe eventuell noch Google-Street-View). Diese Stilwidrigkeit konnte bei der energetischen Sanierung mit einem WDV-System und der Neugestaltung der Fassade berichtigt werden.

Hochwertig hat man die Gebäudehülle und die Türme mit Klinkerriemchen verkleidet, die durch ihre spannungsvolle Farbgebung und abwechslungsreiche Steinsetzung noch mehr Charakter erhalten. Die neu vor das Gebäude gestellten Balkone bilden in dezenten Tönen und schlichter Bauweise eine ebenso stimmige Ergänzung wie die Putzfassade der Gebäuderückseite:

Die Jury war sich einig, dass diese Arbeit im Bereich der Energieeffizienten Fassadendämmung ein wegweisendes Beispiel für die Sanierung alter Klinkerbauten unter Beachtung des Stadtbildes und des Wohnwerts für die Bewohner ist. Für diese Einreichung wurden die Bauherrin, die Baugenossenschaft der Buchdrucker eG, die Architekten Augustin+Sawallich und mit Preusse Baubetriebe (alle Hamburg) der ausführende Handwerksbetrieb mit dem 2. Preis in dieser Kategorie geehrt.

3. Preis - für eine kluge wirtschaftliche und gestalterische Lösung

Ebenfalls platziert in der Kategorie Energieeffiziente Fassadendämmung hat sich ein klug konzipiertes Einfamilien-Wohnhaus in Lemgo. Der Neubau mit Satteldach fügt sich in einfacher, klarer Erscheinung in eine Baulücke ein. Der zweigeschossige Baukörper zeigt eine klassische Dreiteilung in Sockel, Wand und Dach und betont diese Gliederung dezent und immens wirkungsvoll.

Fensterpaare und der zurückgesetzte, farblich betonte Eingangsbereich gliedern spannungsreich die Straßenfront. Der dreieckige Giebel wird durch eine vertikale Schalung fein gezeichnet. Unter den gelungen gestalteten Sichtflächen wurde ein Wärmedämm-Verbundsystem angebracht. Zur Energieeffizienz dieses Niedrigenergiehauses gemäß EnEV 2007 tragen auch der Verzicht auf Unterkellerung und die bewusste Nutzung des ungedämmten Sparrendachs als Lagerraum bei.

Form und Funktion gehen bei diesem Objekt eine überzeugende Einheit ein. Der 3. Preis zeichnete damit die Leistungen des Architekten Klaus Vogt und der Bauunternehmung Jürgen Schmidt (beide Lemgo) aus.

Vorstellung der ausgezeichneten Projekte 2010:

siehe auch für zusätzliche Informationen: