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Eleven Brindley-Place: Strahlendes Wahrzeichen an schwierigem Standort

(25.8.2010) Das neue Bürogebäude von Glenn Howells ist das letzte Puzzleteil in einer langwierigen Neuentwicklungs-Saga in Birmingham: Brindley-Place, ein 17 ha großes Grundstück in der Nähe des Stadtzentrums, wurde in den vergangenen Jahren von einem verlassenen, ehemaligen Industrieareal in ein anerkanntes, urbanes Viertel umgestaltet, das nun einen abschließenden Glanzpunkt aus Glas und Aluminium erhalten hat.

Brindley-Place war im 19. Jahrhundert ein Symbol des industriellen Machtzentrums von Birmingham. Doch wie überall in Großbritannien brach auch hier die Fertigungsindustrie im 20. Jahrhundert zusammen, und seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts standen die Gebäude in diesem Viertel leer. Es bedurfte großer Anstrengungen, diesem Konglomerat ehemaliger Fabrikgebäude neues Leben einzuhauchen. Drei Entwickler versuchten ihr Glück, die beiden ersten jedoch gingen in Konkurs. Die Wirtschaftskrise in den frühen neunziger Jahren erschwerte die Angelegenheit, doch dem Entwicklungsunternehmen Argent, das das Areal zu einem Spottpreis erworben hatte, glückte eine offensichtlich gelungene städtebauliche Revitalisierung. Was die neue Entwicklung trotz der Vielfalt an Stilen und Formen zusammenhält, ist das im Masterplan definierte Ziel, eine durchdachte Zone für Fußgänger zu schaffen, in Kombination mit Arkaden für eine durchlässige untere Gebäudezone. Die britische Design Überwachungsorganisation CABE sieht die Gesamtentwicklung als Erfolg und lobt das ausgeprägte Raumgefühl, die öffentlichen Plätze und die gestalterische Antwort auf den Kanal, die wahrscheinlich als charakteristischste Eigenschaft von Brindley-Place gilt - siehe auch Bing-Maps, Google-Maps und/oder Google-Street-View:

Das neue Gebäude von Glenn Howells entstand an einem schwierigen Standort. Auf einem dreieckigen Grundstück hinter einem architektonisch wenig überzeugenden Hotelkomplex sollte ein Bau mit Potenzial zum Wahrzeichen entstehen.

Während viele der umliegenden Gebäude in dem neu zu entwickelnden Gebiet in einer Backsteinfassade und/oder in gleichmäßiger und niedrigerer Höhe gebaut sind, präsentiert sich der neue Bürogebäudekomplex von Howell auf eine ganz andere Art: schlank und hoch, eingefasst in Fenster mit eloxierten Rahmen und bestehend aus zwei unterschiedlichen Gebäudeteilen, die von einem Glaskern zusammengehalten werden. Ein geschwungenes Element folgt der Straße in westlicher Richtung und "fegt" einen regelrecht in das neue Viertel hinein, wie es Projektarchitekt Michael Cruise beschreibt. Der östlich hochgezogene rechteckige Turm dient als optische Stütze.

Die für die Fassaden eingesetzten Reynaers-Systeme - spe­ziell entwickelte Lösungen, die auf den Vorhangfassaden­sys­temen CW 50 und CW 60 basieren, sowie die Türen aus der Serie CS 68 in bronzeeloxiertem Aluminium - sind Bestandteile eines maßgeschneiderten Fassadendesigns, das am Reynaers-Standort im belgischen Duffel getestet wurde. Das Konstruktionsunternehmen Glamalco war von Anfang an am Projekt beteiligt und hatte unmittelbaren Einfluss auf den Entwicklungs- und Designprozess.

Die Verglasung akzentuiert zusammen mit dem Fassadenkonzept die Vertikalität des Gebäudes. Für die Architekten von Glenn Howells, die ein elegantes Wahrzeichen schaffen wollten, ein wichtiges Gestaltungskriterium. Die östliche, nördliche und westliche Fassade des Gebäudes wurden außerdem mit Aluminium-Lamellen ausgestattet, die der Optik eine gewisse Tiefe verleihen, aber auch eine umweltfreundliche Funktion erfüllen, indem sie für Beschattung sorgen und ein ungewolltes Aufheizen des Gebäudes durch starke Sonneneinstrahlung verhindern.

In den Anfangsjahren von Brindley-Place, als die ersten Bürogebäude gebaut wurden, baute man Strukturen mit großen Grundflächen, welche diese Einrichtungen übergroß erscheinen lassen. Eleven ist anders. Der Bürobereich wurde für kleine und mittlere Unternehmen ausgelegt, und man hofft, dass es auch die Kreativen hierher ziehen wird.

Das Entwicklungsunternehmen Argent ist mit seinen Büros aus Birmingham in das neue Gebäude umgezogen, und ein anderes Unternehmen hat sich für den Betrieb einer Bar und eines Restaurants im Erdgeschoss gefunden. Obwohl das Gebäude Modernität ausstrahlt, war den Architekten im Entwurf dennoch sehr viel daran gelegen, mittels Detailarbeit dem industriellen Kontext gerecht zu werden. Die eloxierten Rahmen und Lamellen sind nicht einfach nur pulverbeschichtet, sondern variieren auch farblich, was ihnen ein warmes und natürliches Aussehen verleiht - wie Cruise erklärt - und auch die Wärme des Ziegelmauerwerks der viktorianischen Gebäude des BrindleyPlace reflektiert.

Weitere Informationen zu Vorhangfassaden bzw. Fassadenprofilen aus Aluminium können per E-Mail an Reynaers angefordert werden.

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