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Smart Meter: Zum intelligenten Haus gehört ein intelligenter Zähler

<!---->(20.4.2010; Light+Building-Bericht) Am Rande der Messe E-world energy & water in Essen wurde im Februar vom ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie die Kampagne "Pro Smart Metering" gestartet. Ziel war und ist es, dem Verbraucher transparent zu machen, welche Zusatzinformationen und welchen Nutzen die "Smart Meter" genannten neuen Zähler bringen. Anlässlich der Light+Building hat der Verband seine Forderung wiederholt, dass "Smart Meter" die konventionellen Zähler für Strom und Gas möglichst schnell flächendeckend ablösen sollten.

Smart Meter messen den Verbrauch und können dabei exakt die momentan entnommene Leistung anzeigen. Verbraucher haben damit die Chance, Stromfresser zu erkennen und erhalten somit einen neuen Ansatz zum Energie- und Kostensparen. In einigen Regionen installierte Geräte messen bereits den Stromverbrauch; Smart Meter für Gas, Wasser und Wärme sind in der Einführungsphase.

Laut einer Umfrage der Marktforscher von TNS Infratest kennen drei Viertel der Befragten ihren jährlichen Stromverbrauch nicht und 85 Prozent konnten keine Angaben zu ihrem aktuellen Strompreis machen. Doch dies zu wissen kann sich auszahlen: Künftig werden last- und tageszeitabhängige Tarife neue Sparmöglichkeiten eröffnen. "Um drei bis sieben Prozent könnten deutsche Haushalte dadurch zum Beispiel ihre Stromrechnung senken", schätzt Herbert Brunner, Vorsitzender der ZVEI-Fachabteilung Zählung und Systemlösungen. Die ZVEI-Initiative "Pro Smart Metering" hat sich daher zur Aufgabe gemacht, Handwerk und Haushalte über die Vorteile der neuen intelligenten Zähler zu informieren.

Sparpotenzial ausschöpfen durch intelligente Haustechnik

Wer dieses Sparpotenzial ausschöpfen möchte, sollte Smart Meter mit der so genannten intelligenten Haustechnik (Stichwort "Home Automation") kombinieren: Der Smart Meter kann dann Daten über die Eigenerzeugung von Strom (z.B. durch eine Photovoltaik-Anlage), über Energiebezug, Tarifstruktur und anderes liefern. Im so ausgestatteten "intelligenten Haus" stellt er alle relevanten Informationen bereit, um ein bedarfsgerechtes und kostenoptimiertes Hausgerätemanagement vorzunehmen. Die notwendige Technologie sei entwickelt, nun solle sie möglichst schnell und umfassend Einzug in die Häuser und Wohnungen finden, fordert Brunner. "Intelligente Steuerungs-, Kontroll- und Automatisierungsmodule könnten zum Beispiel die Spülmaschine laufen lassen, wenn Energie gerade günstig angeboten wird. Der Smart Meter eignet sich auch als Signalgeber für die Wärmepumpe: In Zeiten niedriger Tarife könnte sie den Warmwasserspeicher aufladen."

Noch stehen Smart Meter und Hausautomation am Anfang. "Aber die Investition in diese moderne Technik lohnt sich", so Brunner. Die Zähler bringen standardisierte Kommunikationsschnittstellen mit, die einen Datenaustausch über Haus-Bus-Systeme ermöglichen. Sie werden damit auch einen kostenoptimierten und energieeffizienten Einsatz von Hausgeräten erlauben wie Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler, Gefrier- und Kühlschrank oder einer Wärmepumpe - vorausgesetzt, diese Geräte können ebenfalls mit dem Home-Automation-System kommunizieren.

Der Smart Meter kann darüber hinaus als Baustein eines künftigen intelligenten Stromnetzes, des Smart Grids, dazu beitragen, Netzstrukturen zu entlasten, Energieproduktion und -verbrauch optimal aufeinander abzustimmen und erneuerbare Energie bestmöglich zu nutzen. Das spart zusätzlich Energie, Kosten und CO₂.

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