Redaktion  || < älter 2010/0258 jünger > >>|  

Mit Heizungs-Check und Heizgutachten gegen die nächste Kältewelle

<!---->(14.2.2010) Schöne weiße Landschaften weit und breit. Doch des Einen Freud' ist des Anderen Leid: Die seit Wochen lang anhaltende Kälte könnte bei der nächsten Nebenkosten­rechnung für eine unangenehme Überraschung sorgen. Trotz vergleichsweise moderater Energiepreise in 2009 erwarten die Mietervereinigungen in Deutschland für die Monate Dezember bis Februar spürbar steigende Heizkosten. Auch wenn die Heizungen derzeit auf Hochtouren laufen, ist das nicht unbedingt eine logische Konsequenz. Ursache ist vielmehr die z.T. veraltete Technik im Heizungskeller.

Ganze 77 Prozent der deutschen Heizungsanlagen arbeiten nach aktuellen Angaben der Heizungsindustrie (BDH) noch unzureichend und ineffizient und sorgen federführend dafür, dass die Wohnnebenkosten bei Tiefsttemperaturen zwangsläufig in die Höhe schnellen. Horst Eisenbeis von der Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft (VdZ) in Bonn rät Hausbesitzern deshalb langfristig zu einer systematischen Sanierung der Heizungsanlage: "Wer seine Heizungskosten gezielt senken möchte, kann schon mit niedriginvestiven Maßnahmen wie z. B. einer geregelten Heizungspumpe und modernen Thermostatventilen erfolgreich Energie sparen. Doch in vielen Fällen, wenn die Heizungsanlage z. B. über 20 Jahre alt ist, bringen erst ein neuer Heizungskessel mit Brennwerttechnik, ein Holzpelletofen oder eine Wärmepumpe Energieeinsparungen bis zu 40 Prozent".

Heizungs-Check vom Fachmann vor Ort

Konkrete Hinweise, was idealerweise im Heizungskeller zu tun ist, gibt der nach DIN EN 1537 genormte Heizungs-Check des SHK-Fachhandwerks. Er kostet ca. 100 Euro und kann, wenn sich eine Sanierungsmaßnahme anschließt, steuerlich abgesetzt werden. Beim Heizungs-Check wird vor Ort die gesamte Heizungsanlage von dafür speziell geschulten Heizungstechnikern sozusagen auf Herz und Nieren geprüft. Effizienz hemmende und damit Mehrkosten verursachende Problemzonen des Heizungssystems werden aufgedeckt:

  • Das Alter der Heizung,
  • eine mögliche Kesselüberdimensionierung,
  • Abgas- und Wärmeverluste,
  • überdimensionierte ungeregelte Heizungspumpen,
  • die Dämmung von Leitungen und
  • die Funktionstüchtigkeit von Thermostatventilen

... spielen beispielsweise eine wichtige Rolle bei der energetischen Bewertung.

Heizgutachten von heizspiegel.de

Mit minus 3,7 Grad lag die Durchschnittstemperatur im Heizmonat Januar um 3,2 Grad unter den sonst üblichen Temperaturen. "Durch das kalte Wetter verbrauchen wir etwa 15 Prozent mehr Heizenergie", sagt Stefanie Jank, Projektleiterin der Heizspiegelkampagne. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung muss allein im Januar mit Zusatzkosten zwischen 15 und 20 Euro gerechnet werden. Bei Häusern mit schlechter Wärmedämmung liegen die Mehrausgaben noch höher. Ob die Heizkosten zu hoch sind und ob der energetische Zustand des Gebäudes dafür verantwortlich ist, zeigt ein Heizgutachten. Auf heizspiegel.de kann es kostenfrei angefordert werden. Für Mieter umfasst das Gutachten ein zusätzliches Informationsschreiben für den Vermieter. Die Heizspiegelkampagne wird von der gemeinnützigen co2online GmbH initiiert und vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Klimaschutzinitiative gefördert.

"Änderungen im Nutzerverhalten - etwa das Runterregeln der Thermostate oder das Abdichten der Fenster  - können zur Entlastung bei den Heizkosten beitragen. Doch langfristig helfen oft nur Modernisierungen am Gebäude", so Stefanie Jank. Sie sind die nachhaltigste Variante, sich unabhängiger von Dauerfrost und wieder steigenden Energiepreisen zu machen. Das Heizgutachten bewertet den energetischen Zustand des Gebäudes und der Wohnung. Es zeigt, wo und in welchem Umfang Sparpotenzial besteht. So bekommen auch Bestandsmieter, die keinen Zugriff auf den Energieausweis haben, Informationen über den energetischen Zustand des Hauses.

Mieter und Hauseigentümer können das 12-bis16-seitige Heizgutachten bequem anfordern. Einfach den Gutschein auf der Startseite von heizspiegel.de ausdrucken, ausfüllen und gemeinsam mit einer Kopie der vergangenen Heizkostenabrechnung an die angegebene Adresse schicken.

Eine Nutzerbefragung zeigt, dass mehr als 70 Prozent der Mieter das Heizgutachten an ihre Vermieter weiterleiten. Jeder Vierte reagiert daraufhin mit mindestens einer wärmetechnischen Modernisierungsmaßnahme. Dadurch können der Heizenergieverbrauch, die Heizkosten und die umweltschädlichen CO₂-Werte des Hauses stark reduziert werden. Mit jedem individuellen Heizgutachten werden so im Durchschnitt 80 Tonnen CO₂, bezogen auf die Lebensdauer der Bauteile (20 Jahre), vermieden. Es stößt zudem laut co2online durchschnittlich einen zusätzlichen Umsatz von 21.500 Euro im Bau- und Ausbaugewerbe an.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

ausgewählte weitere Meldungen: