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Duschköpfe nicht problematisch - Keimbildung bereits in Trinkwasserleitung

(10.11.2009) Anlässlich der jüngsten Berichte über die Gefahr krankheitserregender Keime in Duschköpfen klärt der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e.V. (BVS) über die Entstehung von Bakterien im Trinkwasser auf.

Im Trinkwasser vermehren sich vornehmlich im Temperaturbereich von 6 bis 54°C in Kombination mit Stagnation des Wassers verstärkt krankheitserregende Keime wie Legionellen bzw. Mykobakterien. Diese gelangen mit dem ersten Wasserstrahl, fein zerstäubt, in die Atemwege des Duschenden. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere oder kranke Personen aber auch für Sportler kann der Kontakt mit den Keimen gefährlich werden.

Eine Vermehrung dieser Keime kann aber nur dann in den Brauseköpfen, wie unlängst in den Medien suggeriert, stattfinden, wenn die Brausen nicht bestimmungsgemäß betrieben werden. Dabei müssen mehrere Negativfaktoren gleichzeitig zusammenkommen, damit sich Keime und Bakterien vermehren:

  • Restwasser im Brausekopf bzw. Brauseschlauch,
  • günstige Wachstumstemperaturen sowie
  • Stagnation bzw. Nichtgebrauch über einen längeren Zeitraum (72 Stunden und mehr).

Grundsätzlich vermehren sich bei Stagnation fast alle Keime bereits im kalten Trinkwasser wie auch im Trinkwarmwasserbereich. Von daher muss der oberste Grundsatz immer lauten: "Wasser muss fließen!".

Dort wo Trinkwasser bestimmungsgemäß in den Leitungen fließt, wird den Keimen jegliche Grundlage genommen. Parallel muss zwingend darauf geachtet werden, dass die Temperaturen in den Trinkkaltwasserleitungen 25°C nicht übersteigen und in den Trinkwarmwasserleitungen 55°C nicht unterschritten werden.

Ein Wechsel der Duschköpfe behebt nicht das ursächliche Problem von Stagnation und ungünstigen Temperaturen. So vielseitig die Ursachen sein können, die zu einer Kontamination im Trinkwasser führen, so vielschichtiger sind auch die Maßnahmen, die ergriffen werden können, um Trinkwasserleitungen auf hygienische, das heißt keimfreie Anforderungen gemäß Trinkwasserverordnung (TrinkwV), abzustimmen.

Eigenheimbesitzer, Eigentümer von Mehrfamilienhäusern, Hotel-, Krankenhaus- und Schwimmbadbetreiber etc. müssen unbedingt darauf achten, dass es in Trinkwasseranlagen nicht zu Stagnation kommt. Ist dies im normalen Betriebsablauf nicht möglich, können technische Lösungen wie Hygienespülanlagen für kaltes und warmes Trinkwasser eingesetzt werden. Diese Anlagen sorgen automatisch dafür, dass der Wasserinhalt die Trinkwasserrohrleitungen in vorab festgelegten zeitlichen Abständen ausgetauscht wird.

Dass auch von gesundheitsgefährdenden Keimen in Trinkwasseranlagen eine potenzielle Gefahr ausgehen kann, muss stärker in das Bewusstsein von Betreibern und Verbrauchern eindringen. Sachverständige im Bereich der Gebäudetechnik können unter Berücksichtigung der hygienischen Anforderungen für Trinkwasseranlagen über das bestehende Risiko aufklären und beraten.

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