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Architekten-Trendstudie 2009: Bauen und Wohnen wird nachhaltig

(8.11.2009) Die Heinze Marktforschung hat Architekten und Innenarchitekten nach ihrer Einschätzung zu Trends der kommenden fünf bis sechs Jahre im Wohnbau befragt. Knapp 400 Personen nahmen an der von Ende August bis Mitte September durchgeführten Online-Untersuchung teil.

Städtisches oder stadtnahes Wohnen, Mehrgenerationen-Wohnweise, Ökologie und sinkender Energieverbrauch, gesundes Wohnen, das Bad als Wellness-Oase, Komfort, Bequemlichkeit und Sicherheit – dies sind nach Meinung der Architekten die Mega­trends, wenn es ums Bauen und Wohnen der Zukunft geht. Ganz konkret hat dies auch Auswirkungen auf Produkte und Systeme, für die in den kommenden Jahren die Nachfrage steigen bzw. nachlassen wird.

Megatrend 1: städtisches, stadtnahes Wohnen

Für die kommenden Jahre erwarten die Architekten eine deutliche Zunahme des städtischen und stadtnahen Wohnens sowie der Mehrgenerationen-Wohnweise. Bei einer immer älter werdenden Bevölkerung spielt die attraktive Grundversorgung in oder nahe der Stadt eine wichtige Rolle, wenn es um die Wohnentscheidung geht. Auch die wachsende Zahl der Single-Haushalte orientiert sich eher in Richtung städtisches Wohnen. Vorraussetzung ist dafür allerdings die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum.

Megatrend 2: Ökologie und sinkender Energieverbrauch

Nach Einschätzung der Planer werden Wärmedämmverbundsysteme und Wärme­schutzverglasung ebenso deutlich zunehmen wie Solarthermie und Photovoltaik. Dabei dürfte die größere Nachfrage nach diesen Produkten zu sinkenden Kosten und damit weiter steigender Nachfrageführen. Bei der Haustechnik werden das Heizen mit nach­wachsenden Rohstoffen, Wärmepumpen und die kontrollierte zentrale Zu- und Abluft­anlagen zulegen, während Heizsysteme auf der Basis fossiler Brennstoffe - mit Ausnahme des Erdgases - immer mehr gemieden werden

Bei der Beleuchtung werden sich LEDs und OLEDs (Leuchtdioden mit organischen Halbleitern) durchsetzen. Bei den traditionellen Wandbaustoffen wie Ziegel, Kalksand­stein, Beton oder Porenbeton erwarten die Befragungsteilnehmer wenig Veränderung. Lediglich Holz als Wandbaustoff wird sich stärker entwickeln. Das unterstreichen die Architekten auch bei der Bewertung der Häusertypen: Hier liegen Holzhäuser deutlich vorne.

Megatrend 3: Baubiologie/gesundes Wohnen

Im Innenbereich werden nach Ansicht der Architekten die Bodenbelagsarten Holzbo­den/Parkett, Keramik-Fliesen, Naturwerksteine und Naturstein zu Lasten von Kunst­stoff- und Laminatböden zulegen.

An der Wand sind natürliche Anstriche, Sichtputze, Natursteinwände, Betonober­flächen oder Spachteltechniken gefragt, bei Möbeln naturbelassene Oberflächen und Naturbezugsstoffe wie Baumwolle und Leder. Bevorzugte Dämmmaterialien werden Holzfaserdämmplatten/-stoffe und Altpapier/Zellulosedämmstoffe.

Megatrend 4: Komfort, Bequemlichkeit und Sicherheit

Zukünftiges Wohnen soll komfortabel, bequem und sicher sein. Deshalb wird es mehr Rauchmelder, Alarmanlagen und Bewegungsmelder mit Außenbeleuchtung, mehr Bus­systemen zur Steuerung der gesamten Haustechnik und Sonnenschutzsteuerungen sowie mehr Home Entertainment oder Arbeitserleichterungen wie selbstreinigendes Glas geben. Gleichzeitig werden nach Meinung der Architekten konstruktive Lösungen zur Vermeidung von Elektrosmog zukünftig stärker nachgefragt.

Megatrend 5: Bad und Wellness

Großzügigere Flächen, Wellnesszonen, bodenebene Duschen, barrierefreie Lösungen, Regenduschen, Design-Armaturen, hochwertige Möbel und Multimedia machen das Bad zum zweiten Wohnzimmer.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Architekten sehen sich gemeinsam mit den Bauherren in der Verantwortung, zukünf­tiges Bauen an den Kriterien der Nachhaltigkeit zu orientieren, also insbesondere fos­sile Energieträger zu meiden und auf recycelbare Baustoffe zu setzen. Da das aber häufig teurer ist, sehen sie sich als Meinungsbildner, die die Bauherren beraten und überzeugen müssen.

Die Architekten-Trendstudie 2009 kann per E-Mail an Heinze Marktforschung angefordert werden.

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