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Immer mehr Kommunen fördern bauwillige Familien

(1.11.2009) Immer mehr Kommunen fördern junge Familien beim Erwerb von Wohneigentum durch kräftige Zuschüsse, die vielerorts weit über die alte Eigenheimzulage hinausgehen. Trotz klammer öffentlicher Kassen rechnet sich die Familienförderung für die Kommunen. Der Wegzug junger Familien wird gestoppt und neue Familien stärken durch den Zuzug die Infrastruktur: Schulen, Kindergärten, Vereine aber auch der Einzelhandel profitieren von der Integration junger Familien am Wohnort. Die 2007 gestartete Online-Datenbank "Baugeld vom Bürgermeister" der Aktion pro Eigenheim ist mittlerweile auf bundesweit 643 Kommunen angewachsen, die Familien beim Hausbau oder Hauskauf unterstützen - siehe auch Beitrag "Bauplatz für 1 Euro" vom 29.4.2007.


Bild aus dem Beitrag "8. Unipor-Architekturpreis entschieden" vom 18.1.2009

Mit Hilfe der Datenbank der Aktion pro Eigenheim entfällt für die Bauwilligen das mühsame Recherchieren nach entsprechenden Angeboten: Übersichtlich nach Postleitzahlen sortiert, können Interessierte nach familienfreundlichen Kommunen in der Umgebung ihres Wohnortes suchen und erhalten im Anschluss detaillierte Informationen über die einzelnen Förderprogramme sowie die direkten Ansprechpartner in der Stadtverwaltung.

Ausgezeichnete Förderprogramme

Besonders interessante Angebote werden unter der Rubrik "Best Practice-Beispiele" vorgestellt. Wie etwa das Programm der Stadt Kriftel im Vordertaunus, die einer Familie mit zwei Kindern über den Zeitraum von 15 Jahren einen Zinszuschuss von 63.000 Euro gewährt, einer vierköpfigen Familie sogar 81.000 Euro. Oder die hessische Stadt Rödermark, die spezielle Grundstücke für junge Familien mit einem Rabatt von 150 Euro pro Quadratmeter anbietet. Aber auch die ansonsten sparsamen Schwaben geben sich in puncto Familienförderung großzügig. So unterstützt die Landeshauptstadt Stuttgart bauwillige Familien gleich mit zwei Programmen:

  • Im Programm "Preiswertes Wohneigentum" kann eine Familie mit vier Kindern eine Preisermäßigung von maximal 54.000 Euro auf städtische Grundstücke erhalten.
  • Im "Familienprogramm" ist für diese Familie ein maximaler Baukostenzuschuss von 30.000 Euro möglich.

Rund sechs Millionen Euro haben die Stadtväter pro Jahr für beide Programme im Haushalt eingestellt, die rege nachgefragt werden. Mit einem großen Willkommenspaket lockt wiederum die Stadt Schöningen im Braunschweiger Land Familien an. Neben einer städtischen Förderung von bis zu 29.000 Euro wird für ein Jahr ein kostenloser Kindergartenplatz zur Verfügung gestellt. Bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gibt es drei Jahre die Bahncard gratis. Neu ist auch eine stadteigene Pendlerpauschale von 22 Cent pro Kilometer bis maximal 50 Kilometer für ein Jahr und die Bezuschussung eines Zweitwagens für die Familie mit 2.500 Euro. So will sich die Stadt laut Bürgermeister Mathias Wunderling-Weilbier als idealer Wohnort für Familien in Position bringen.

Weitere Kommunen zur Familienförderung animieren

"Viele Kommunen sehen die Förderung von Wohneigentum heute als wichtigen Bestandteil eines ganzen Maßnahmenbündels, um ein familienfreundliches Klima in Ihrer Stadt zu schaffen", fasst Hans Dietmar Schneider, Sprecher der Aktion pro Eigenheim, seine Erfahrungen zusammen. "Wer der demographischen Entwicklung aktiv gegensteuern will, muss jungen Familien heute schon etwas bieten. Das erkennen immer mehr Kommunen. So ist unsere Datenbank "Baugeld vom Bürgermeister" innerhalb von nur zwei Jahren von anfänglich 148 Kommunen auf heute 643 Kommunen angewachsen."

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