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Ansturm auf LichtBlicks ZuhauseKraftwerke

(27.10.2009) Beim Hamburger Energieversorger LichtBlick sind sechs Wochen nach der Vorstellung der ZuhauseKraftwerke laut eigenen Angaben bereits 25.000 Kundenanfragen eingegangen. Die von Volkswagen gebauten und von LichtBlick vertriebenen Mini-KWKs versorgen vor Ort Gebäude mit Wärme und die öffentlichen Netze mit „SchwarmStrom“. LichtBlick will mit dieser Technik in Deutschland 100.000 ZuhauseKraftwerke gleichsam zu einem unsichtbaren Großkraftwerk vernetzen.

LichtBlick hat in Hamburg bereits erste Verträge mit Privatkunden abgeschlossen. Und die Stadt Hamburg hat im September 100 ZuhauseKraftwerke für Kindertagesstätten, Altenheime und Wohnungsbaugesellschaften bestellt. LichtBlick will die ersten Anlagen im Frühsommer 2010 einbauen.

„Wir starten in Hamburg und weiten den Vertrieb dann schrittweise auf ganz Deutschland aus. Ab 2011 können wir dann bundesweit ZuhauseKraftwerke installieren“, erläutert Gero Lücking, Vorstand Energiewirtschaft bei LichtBlick. Volkswagen will im kommenden Jahr zunächst einige hundert Geräte ausliefern und dann Ende 2010 in die Serienproduktion einsteigen.

Die Mini-KWKs eignen sich für ...

  • größere und ältere Einfamilienhäuser mit einem hohen Wärmebedarf,
  • Zwei- und Mehrfamilienhäuser,
  • öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder Kirchen sowie
  • kleine Gewerbebetriebe.

Für einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage muss der Gasverbrauch des Kunden bei mindestens 45.000 Kilowattstunden im Jahr liegen. Mini-KWKs für kleinere Einfamilienhäuser mit wenig Wärmebedarf sind dagegen derzeit faktisch Zukunftsmusik.

Dank der Technik, die von Volkswagen stammt, sollen ZuhauseKraftwerke im Erdgasbetrieb bis zu 60% CO₂ gegenüber der herkömmlichen Wärme- und Stromerzeugung einsparen können. LichtBlick will die Anlagen in Zukunft auch mit regenerativem Biogas betreiben - dann würden sie auch klimaneutral laufen. Die Anlagen erreichen laut Lücking einen Wirkungsgrad von 94%.

Zur Erinnerung: Die ZuhauseKraftwerke werden durch den Verbund smarter betrieben als herkömmliche Blockheizkraftwerke: Bei einer thermischen Leistung von 34 kW muss die Anlage nur wenige Stunden am Tag laufen, um den Wärmebedarf eines Gebäudes zu decken. Die Wärme wird gespeichert und kann bei Bedarf für Dusche oder Heizung abgerufen werden. Die wenigen Betriebsstunden der einzelnen ZuhauseKraftwerke verteilt der Betreiber dank einer zentralen Steuerung so über den Tag, dass möglichst dann Strom produziert wird, wenn die Nachfrage im Gesamtnetz hoch ist. „Unser Strom wird also nicht blind produziert, sondern gleicht gezielt Angebotsschwankungen im Netz aus“, so Lücking.

LichtBlick rechnet vor, dass ein Schwarm von 100.000 vernetzten ZuhauseKraftwerken mit einer Leistung von 2.000 Megawatt die Kapazität von zwei Atomkraftwerken erreiche. Der von LichtBlick gelieferte Strom kann flexibel erzeugt werden und kann so ideal die schwankende Windenergie ergänzen. „Unser intelligenter SchwarmStrom ist flexibler, sauberer und sicherer als Atom- oder Kohlestrom“, resümiert Lücking.

Weitere Informationen zu ZuhauseKraftwerken können per E-Mail an LichtBlick angefordert werden.

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