Redaktion  || < älter 2009/1800 jünger > >>|  

Ausländische Subunternehmer: Wissen über deutschen Arbeitsschutz oft mangelhaft

(25.10.2009) Ob es um Erste Hilfe, Verkehrswege, arbeitsmedizinische Vorsorge oder um Beleuchtung auf Baustellen geht: Die rechtlichen Vorgaben zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz müssen alle Unternehmen kennen und einhalten, unab­hängig vom Herkunftsland. Darauf weist die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) hin - und auf das staatliche und berufsgenossenschaftliche Regelwerk zu achten, ist oft lebenswichtig. Denn der Bau ist ein gefährliches Arbeitsfeld, mit den höchsten Unfallrisiken aller Branchen. Hier geschieht ein Viertel aller tödlichen Arbeits­unfälle.

Auf deutschen Baustellen geht es zunehmend international zu. Doch ausländische Firmen und Subunternehmen - vor allem wenn sie erst kurz hier tätig sind - kennen sich mit den deutschen Vorschriften zur Unfallverhütung oft nicht genügend aus, so die BG BAU. Die deutschen Unfallverhütungsvorschriften gelten aber laut Sozialgesetz­buch für die ausländischen Unternehmen genauso wie für die deutschen.

Die Fachleute der BG BAU beraten die ausländischen Unternehmen mit dem Ziel, dass staatliche und berufsgenossenschaftliche Vorschriften eingehalten werden, um Ar­beitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu vermei­den. Besteht Gefahr für Leben oder Gesundheit der Arbeitnehmer, sind die Aufsichts­personen auch berechtigt, Anordnungen zu treffen und können in extremen Fällen eine Baustelle stilllegen oder veranlassen, dass hohe Bußgelder erhoben werden.

Insbesondere die Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" beschreibt die Pflichten der Unternehmen in ihren Einzelheiten. Nicht jedem Baunternehmen, insbesondere aus Süd- oder Osteuropa ist klar, dass es seine Mitarbeiter umfassend betriebsärztlich betreuen lassen muss. Nach den Erfahrungen der BG BAU ist zudem die Verständigung auf den Baustellen teilweise schwierig. Zwar muss stets ein Ansprechpartner auf der Baustelle deutsch sprechen und den Beschäftigten die Regeln des Arbeitsschutzes vermitteln. Doch ist das Verständnis für das hohe Niveau des Arbeitsschutzes nicht immer gegeben.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

ausgewählte weitere Meldungen: