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7. Forum Wärmepumpe 22.+23.10.2009

  • Schwerpunkt Wohnungswirtschaft: Wärmepumpe hält Einzug in den Geschosswohnungsbau
  • Fachausstellung im Foyer: Chance ergreifen für neue Geschäftskontakte

(18.10.2009) Bereits zum siebten Mal findet am 22. und 23. Oktober 2009 das "Forum Wärmepumpe" in Berlin statt. Der traditionsreiche Branchentreff versammelt einmal jährlich die gesamte Wertschöpfungskette entlang der Wärmepumpenindustrie. Schwerpunktthema des 7. Forums Wärmepumpe ist die Wohnungswirtschaft. Damit verdeutlicht die Wärmepumpenbranche ihr Ziel, nach der Marktdurchdringung im Einfamilienhausbereich auch im Bestand und Geschosswohnungsbau sowie im Gewerbe Absatzmärkte zu erschließen.

Interview

Paul Waning, Vorstandsmitglied der Lechwerke AG und Artur Rodecker, CEO Schulthess Group, im Interview zur Entwicklung des Wärmepumpenmarktes und welchen Stellenwert das 7. Forum Wärmepumpe für die Branche hat:

Herr Waning, Anfang des Jahres haben Sie für 2008 ein Absatzplus von über einem Drittel gegenüber dem Vorjahr verkündet, nun wollen Sie auf dem 7. Forum Wärmepumpe eine Branchenprognose bis 2030 wagen. Woher kommt dieser Optimismus?

Waning: Unsere Prognose beruht weniger auf Optimismus, sondern auf politischen Zielen, die die europäischen Rahmenbedingungen erfüllen. Bis 2020, so schreibt es die EU-Richtlinie zur Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien vor, muss der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Deutschland mindestens 18 Prozent ausmachen. Bereits Mitte nächsten Jahres muss Deutschland dafür der Kommission in Brüssel einen "Nationalen Erneuerbare-Energien-Aktionsplan" (NREAP) vorlegen mit verbindlichen Zielen für den jeweiligen Anteil Erneuerbarer Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Kälte sowie Verkehr. Außerdem muss die Regierung darstellen, welche nationalen Maßnahmen sie ergreift, um diese Zielvorgaben zu erreichen. Mit unserer Branchenprognose zeigen wir, welchen Anteil die Wärmepumpe leisten kann, um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen.

Mit fossilen Brennstoffen betriebene Kraftwerke gelten als Klimafeinde. CCS-Verfahren, um die CO₂-Emissionen unter der Erde einzulagern, befinden sich noch im Versuchsstadion. Kann die elektrische Wärmepumpe denn überhaupt einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten oder werden stattdessen neue Kraftwerke gebaut?

Waning: Das ist ein Vorurteil, das sich leicht widerlegen lässt. In erster Linie nutzt die Wärmepumpe Umweltwärme und benötigt nur einen geringen Anteil Strom, der zudem immer umweltfreundlicher wird. Der Bundesverband Erneuerbare Energien prognostiziert bereits für das Jahr 2020 47% "grünen Strom".

Rodecker: Bereits heute unterbietet die elektrische Wärmepumpe den Primärenergieverbrauch fossiler Heizanlagen. Nehmen Sie einen hochmodernen Gas-Brennwertkessel und eine effiziente Wärmepumpe mit einer JAZ von 4,0: Sie verbrauchen mit der Wärmepumpe schon heute weniger als die Hälfte an Primärenergie und die CO₂-Emissionen liegen bei einer Wärmepumpe deutlich unter dem Gas-Brennwertkessel. Ferner gibt es noch genügend Potenziale, die Effizienz der Wärmepumpensysteme künftig weiter zu steigern, vor allen Dingen im Bereich der Auslegung und Gestaltung der Heizsysteme.
Und dass man für die Wärmepumpen keine neuen Kraftwerke braucht, zeigt schon alleine die Entwicklung der Erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung: Der Zuwachs der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien war im vergangenen Jahr etwa dreizehnmal größer als der Stromverbrauch der neu hinzu gekommenen Wärmepumpen.

Wo sehen Sie die Vorteile des 7. Forums Wärmepumpe?

Rodecker: Für unser Unternehmen ist der deutsche Markt sehr spannend, hier sehen wir großes Wachstumspotential. Auf dem Forum treffe ich komprimiert alle wichtigen Köpfe aus der Szene und kann mir ein Bild über Trends machen. Mich interessiert beispielsweise sehr, welche Anstrengungen unternommen werden, um das EHPA-Gütesiegel in der europäischen Gütesiegellandschaft zu implementieren. Sehr aufmerksam verfolgen werde ich die politischen Vorträge aus dem Umweltministerium und dem BAFA. Gespannt bin ich auch auf den Beitrag zur Qualitätssicherung bei Erdsonden und das neue DVGW-Arbeitsblatt. Und Berlin ist natürlich immer eine Reise wert (lacht).

Waning: Wir EVUs pflegen traditionell eine enge Beziehung zur Wärmepumpe. Ich persönlich sehe den Klimaschutz als eine der größten Herausforderungen für die Zukunft. Die Wärmepumpe stellt einen wichtigen Baustein im Erneuerbare-Energien-Mix dar und leistet damit einen bedeutenden Beitrag für den Klimaschutz. Als Energieversorger stelle ich fest, dass immer mehr Industrie- und Gewerbekunden die Wärmepumpe zum Heizen und zum Kühlen nutzen. Wir haben eine ganze Reihe solcher Anlagen realisiert. Unser neuestes Projekt ist das CO₂-neutral betriebene Stadion des FC Augsburg: 2 Großwärmepumpen mit zusammen 1280 kW Heizleistung heizen und kühlen die Gebäude und den Rasen.

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