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Pelletskessel heizen zunehmend kommunale Gebäude


Bild aus dem Beitrag "Deutschlands größte Pelletsheizung" vom 8.11.2008 (Bild vergrößern)
 

(9.10.2009; Interpellets-Bericht) Holzpellets sind bei Sanierung oder Neubau kommunaler Gebäude zunehmend der Brennstoff der Wahl: Laut Deutschem Energie-Pellet-Verband e.V. (DEPV) entscheiden sich immer mehr Gemeinden für Pelletsheizanlagen, um Nichtwohngebäude wie Schulen, Kindergärten oder Stadthallen mit Wärme zu versorgen.

Das Konjunkturprogramm II der Bundesregierung sowie zahlreiche Fördergelder stellen Kommunen zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung. "Bei einer anstehenden energetischen Gebäudesanierung wird die Entscheidung für einen Austausch der Heizanlagen dank Fördergeldern erleichtert. Zusätzlich gewährleistet die Sanierung beispielsweise von Dach, Fenstern, Fassaden und eben auch der Heizungsanlage einen langfristig wirtschaftlichen Betrieb öffentlicher Einrichtungen", bewertet Horst Dufner, Projektleiter der Interpellets 2009, den Trend.

Heizanlagen mit Wärmeleistungen über 50 Kilowatt

Gerade für Gebäudetypen wie beispielsweise Stadthallen, Kindergärten, Schulen und Rathäuser sind Pellets eine interessante Alternative. Ob das Feuerwehrgerätehaus in Gaienhofen-Horn am Bodensee, die Kindertagesstätte Struwwelpeter im bayerischen Grünwald bei München oder das Freizeitbad Cambomare in Kempten – eines haben sie gemeinsam: die nötige Wärme liefern große Holzpelletskessel. Immer mehr Kommunen verlassen sich bei der Energieversorgung ihrer Liegenschaften auf den modernen Brennstoff. Der Deutsche Energie-Pellet-Verband (DEPV) hat im vergangenen Jahr einen Trend zu großen Heizanlagen mit Wärmeleistungen über 50 Kilowatt ausgemacht. Diese werden vor allem in kommunalen und gewerblichen Projekten eingesetzt.

Kesselkosten sinken pro installiertem Kilowatt

Gründe für die Investition in Pelletsheizanlagen sieht der DEPV in der Kosteneinsparung beim Brennstoffkauf und den daraus resultierenden kurzen Zeiträumen der Amortisation für die Heiztechnik. Neben ökologischen Argumenten, erneuerbare Energien zu nutzen, sprechen wirtschaftliche Überlegungen für Holzpellets: Damit senken Kommunen ihre Brennstoffkosten gegenüber Heizöl oder Erdgas deutlich, zum Teil um die Hälfte. Die Energiekosten sind besser und längerfristig kalkulierbar, da sie nicht wie die konventionellen Energieträger extrem starken Preisschwankungen unterliegen. Zudem amortisieren sich große Pelletsanlagen nach etwa fünf bis acht Jahren, so die Expertenmeinung. "Je größer die Anlage, in die eine Gemeinde investiert, desto besser rechnet sie sich", so Horst Dufner. Denn die Kesselkosten sinken pro installiertem Kilowatt Wärmeleistung und über die hohe produzierte Wärmemenge großer Pelletsheizungen wirkt der Preisvorteil des Brennstoffs stärker.

Pelletslager richtig bemessen

Die Planung großer Pelletsheizanlagen ist jedoch komplex: Eine reibungslose Belieferung mit dem Brennstoff muss möglich sein. Auch die Abfuhr der Asche muss gut durchdacht sein, ebenso das Pelletslager. Dieses sollte nicht zu groß ausfallen. Experten raten aus praktischen Überlegungen, die Lager auf ein Volumen von 60 bis 100 Kubikmeter Holzpellets auszulegen. Ein Silofahrzeug liefert etwa 40 Kubikmeter Pellets. Mit dem 1,5-fachen eines Zuges hat der Betreiber bei zur Neige gehendem Brennstoffvorrat ausreichend Zeit, eine Lieferung zu bestellen. Er kann einen kompletten Zug abnehmen und das Pelletslager entsprechend kleiner und kostengünstig halten. Wichtig sind auch die unterschiedlichen Nutzungen der Gebäude: Schulen und Kindergärten haben einen anderen Wärmebedarf als beispielsweise Stadt- oder Messehallen. Diese Wärmebedarfswerte müssen entsprechend den gültigen Regelwerken nachvollziehbar und plausibel ermittelt werden. Der Holzkessel muss dann möglichst passend zum tatsächlichen Wärmebedarf ausgelegt werden, damit er die geforderte hohe Auslastung erreicht.

Große Pelletsheizungen kommen in den Genuss staatlicher Förderung. So bekommen Biomasseheizanlagen mit Leistungen bis 100 kW über das Marktanreizprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen direkten Zuschuss. Für dieses Programm sind auch Kommunen antragsberechtigt, im Gebäudebestand erhalten sie einen Zuschuss von 36 Euro pro Kilowatt Wärmeleistung, im Neubau von 27 Euro pro Kilowatt. Pelletsanlagen mit mehr als 100 Kilowatt finanziert die Kreditanstalt für Wiederaufbau über ihr Programm "Erneuerbare Energien" (Programmteil 'Premium') mit zinsgünstigen Krediten. Hinzu kommen zahlreiche Förderprogramme auf regionaler Ebene.

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