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Akustik im Athener Akropolis-Museum

(10.8.2009) Mitten in Athen, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Akropolis, über der Fundstelle eines altgriechischen Stadtviertels, steht das neue Akropolis-Museum von Bernard Tschumi Architects (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps). Der Neubau verzichtet sowohl auf historisierende Zitate als auch auf die exaltierte Formensprache vieler zeitgenössischer Museen.

Bernard Tschumi gewann 2001 den Wettbewerb für den Neubau des Athener Akropolis Museums mit einem außergewöhnlich zurückhaltenden Entwurf, der geprägt war von einem selbstbewussten Respekt vor den historischen Bezügen. Von Anfang an begleiteten Schwierigkeiten den Planungsprozess: U-Bahn und Erdbebengefahr mussten berücksichtigt werden, zudem entdeckten Archäologen am Standort Überreste eines antiken Viertels, das durch den Neubau nicht beschädigt werden durfte. Daher stellte Tschumi das Museum auf 43 mächtige Betonstützen, die die historischen Mauerreste kaum berühren.

Kunst und Kultur auf drei Ebenen

Horizontal gliedert sich der Bau in drei Teile: das Erdgeschoss mit einer wabenartigen Betonfassade, darüber die verglaste Ausstellungsebene, auf der wiederum die Parthenon-Galerie ruht. Ein gewaltiger Baldachin überdacht den Eingang zum Museum (Bild). Der Rundgang beginnt im drei Geschosse hohen Atrium, dessen Boden stellenweise verglast ist, um die Ausgrabungsstätten zu zeigen, die an dieser Stelle überbaut wurden (Bild). Eine breite Treppe führt zu den Ausstellungsräumen im ersten Stockwerk.


Aus akustischen Gründen wurden die Platten der Wandverkleidung gelocht - siehe auch Google-Panorama (Bild vergrößern)

Eine Ebene höher im Mezzaningeschoss bietet das Museumsrestaurant einen Panoramablick auf den Parthenon. Das oberste Geschoss schließlich bezieht sich komplett auf sein historisches Gegenüber: Die Ausrichtung des Baukörpers, die Stützenstellung und die Anordnung der ausgestellten Skulpturen und Friese verknüpfen die Parthenon-Galerie aufs Engste mit ihrem etwa 400 Meter entfernten berühmten Namensgeber.

Ausgereiftes Akustiksystem

Die akustische Planung erfolgte wegen der den Bau dominierenden schallharten Materialien Stein, Glas und Metall mit besonderer Sorgfalt: Die Wandverkleidung des Atriums ist gelocht, und an den Decken fast aller Räume sorgt die bis 200 Quadratmeter fugenlos realisierbare Funktionsdecke StoSilent Panel für eine harmonische Raumakustik.

Weitere Informationen zu StoSilent können per E-Mail an Sto angefordert werden.

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