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Türen-Engineering in Kliniken nach GEZE-Art

(14.7.2009) Das Johannes Wesling Klinikum ist derzeit Deutschlands größter und neuester Klinikneubau (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps). Nach dem Entwurf von Harald Klösges vom Düsseldorfer Büro TMK Architekten entstand mit einer Bausumme von 210 Mio. Euro eine hochmoderne "Klinik im Grünen" mit einer Nutzfläche von 46.000 m², 3.500 Räumen und 864 Betten. Der Krankenhauskomplex will interdisziplinäre und ganzheitliche Behandlungsansätze mit einer patientenfreundlichen Atmosphäre und hoher Wirtschaftlichkeit verbinden.


Klinikum Minden © Mkk - Mühlenkreiskliniken 

GEZE trug mit moderner Tür-, Fenster- und Sicherheitstechnik dazu bei, die Anforderungen an den Neubau zu erfüllen. So wurden beispielsweise in Bereichen mit Bett- oder Servicetransport fast geräuschlose elektrohydraulische Antriebe des Typs TSA 160 NT zum vollautomatischen Öffnen und Schließen von Drehflügeltüren verbaut. In besonders zeitkritischen Situationen sind sie bereits offen, bevor der Notarzt die Tür erreicht. Sie öffnen und schließen selbsttätig - ein besonderer Vorteil vor allem dann, wenn Hände bereits desinfiziert sind oder das Pflegepersonal keine Hand frei hat. Die Ansteuerung erfolgt über Flächentaster, die mit dem Ellbogen aktiviert werden können. Für die erforderliche Sicherheit sorgen dabei Überwachungs-Sensoren, die ermitteln, ob der Schwenkbereich frei ist, bevor sich die Tür bewegt.

Mit seiner Öffnungsautomatik sorgt der Drehtürantrieb TSA 160 NT auch für die barrierefreie Begehung der Krankenhauskapelle. Er bewältigt hohen Publikumsverkehr und schließt die großen und schweren Türflügel nach dem Eintreten leise und sicher. Der TSA 160 NT erfüllt alle geltenden Sicherheitsbestimmungen und ist nach DIN 18650 baumustergeprüft und zertifiziert - siehe auch Beitrag "GEZE-Automatiktüren durchgängig DIN 18650-gerecht" vom 11.7.2006.

Sinnvollerweise können Türen im Normalbetrieb auch offen stehen. Im Eltern-Kind-Zentrum, im Bettenhaus oder den Stationsbereichen, wo sie auch als Fluchtweg- und als Brandabschnittstüren fungieren und den Flüchtenden intuitiv den Fluchtweg weisen müssen, ist die Sicherung mit einer Feststellanlage jedoch sinnvoll und notwendig. Im Brandfall löst das System, da mit einem Brandmelder verbunden, automatisch die magnetische Halterung; worauf die betroffenen Türen schließen, so dass sich Feuer und Rauch nicht ausbreiten können. Dies wurde im Klinikum bei ein- und zweiflügeligen Rauch- und Feuerschutztüren, die zudem barrierefrei begangen werden können, mit Türschließersystemen des Typs GEZE TS 5000 R-ISM mit integrierter Rauchschalterzentrale realisiert. Im Brandfall spricht der Rauchschalter an und die Tür schließt selbsttätig. Ansonsten ist eine Feststellung der Tür stufenlos zwischen 80° und 130° möglich. Die Feststellposition ist hierbei weiter überfahrbar und ermöglicht im Gefahrenfall die größtmögliche Öffnung der Türflügel. Durch die integrierte Schließfolgeregelung ist sichergestellt, dass beide Türflügel nach dem Begehen - zum Beispiel durch flüchtende Personen - wieder einwandfrei schließen, und die Tür ihre Funktion als Brandabschnittstür von neuem erfüllen kann - siehe u.a. "Türschließer (auch) als funkelnder Hingucker" vom 10.2.2005.

TSA 160 NT F Drehtürantriebe verzögern im Rauch- und Brandfall das Schließen der Türen auch dort, wo der störungsfreie Betrieb des automatisierten fahrerlosen Warentransportsystems so lange aufrecht erhalten werden muss, bis die roboterbetriebenen Wagen aus dem Gefahrenbereich der Türflügel gefahren sind.

Vorbeugender Brandschutz - unverzichtbar

Die rasante Entwicklung der Gebäudetechnik hat erhöhte Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz mit sich gebracht. Da nahezu 90% aller Brandopfer Rauchopfer sind und ein hoher Anteil von materiellen Brandschäden durch Rauch entsteht, muss die Ausbreitung von Brandrauch, insbesondere in Flucht- und Rettungswegen verhindert werden. Im Fassadenbereich des Klinikums wird dies ebenfalls durch eine Systemlösung von GEZE verhindert: die Rauch- und Wärmeabzugsanlage RWA 110 E Tandem führt den Rauch bereits beim Entstehen ab. Diese natürlich wirkende Entrauchung nutzt den thermischen Auftrieb - mit Zuluftöffnungen im unteren Wandbereich (z.B. durch Türen und Fenster) und Abluftöffnungen im oberen Wand- und Deckenbereich. Die Fassaden-Abluftöffnungen wurden mit Elektrospindelantrieben ausgestattet. Sie sorgen an den schweren und großen Fensterflügeln innerhalb von 60 Sekunden für maximale Öffnungsweiten für den Rauch- und Wärmeabzug. Daneben können sie auch zur täglichen Be- und Entlüftung verwendet werden.

Freie Bahn auf Fluchtwegen

Rettungs- und Fluchtweglösungen sind nur dann sicher, wenn sie den örtlichen Bedingungen angepasst sind. Denn im Notfall geht es darum, ein Gebäude in Sekundenschnelle verlassen zu können. Zur Absicherung von Fluchtwegtüren dient GEZEs Türzentrale TZ 220 N. Ausgestattet mit Nottaste und Schlüsseltaster wurde eine maßgeschneiderte Lösung verwirklicht. Die Türzentrale ermöglicht Befugten das Begehen einer Tür und gibt im Notfall Flucht- und Rettungswege frei; das geschieht mit flächig bedienbaren Schlaghauben. Manipulation soll durch einen Sabotage- und Voralarm nahezu ausgeschlossen sein.

Der systemische Charakter bringt die Möglichkeit mit sich, zeitgleich Drehtürantriebe, Brandschutzanlagen und Zutrittskontrollsysteme koppeln zu können. Verwirklicht wurde dies in der Patientenmagistrale: TSA 160 NT F Invers-Drehtürantriebe wurden verbunden mit TZ 220 Türzentralen; zusätzlich wurde eine Brandmeldeanlage aufgeschaltet. Im Eltern-Kind-Bereich wurde diese komplexe Lösung mit einem Zutrittskontrollsystem komplettiert, das den Zugang berechtigter Personen innerhalb eines definierten Zeitplans regelt und dokumentiert.

Im gesamten Klinikkomplex wurden 275 automatische Antriebe des Typs TSA 160 NT und seinen Varianten in Türlösungen verbaut.


Das durchgängige Design der GEZE Türschließerfamilie unterstreicht schließlich die Einheitlichkeit der Klinikarchitektur ohne optische Brüche. Im Verwaltungsbereich, im Aufnahme- und Diagnosetrakt, im Bettenhaus und im Auditorium dieses Lehrkrankenhauses der Medizinischen Hochschule Hannover stattete GEZE fast 400 ein- und zweiflügelige Rohrrahmen-, Holz- oder Stahlblechtüren mit obenliegenden Türschließern mit Feststellanlage, T-Stopp Gleitschiene oder Freilauffunktion aus. Insgesamt kamen 750 Türschließer der TS 5000 Reihe zum Einsatz.

Weitere Informationen können per E-Mail an GEZE angefordert werden.

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