Redaktion  || < älter 2009/1024 jünger > >>|  

WBCSD-Studie über Energieeffizienz in Gebäuden

<!---->(22.6.2009) Der Energieverbrauch im Gebäudebereich ist weltweit für rund 40 Prozent der CO₂-Emissionen verantwortlich. Bis 2050 können diese Emissionen um 60 Prozent reduziert werden. Damit würde in den Gebäuden ungefähr so viel CO₂ eingespart wie weltweit im Transportsektor entsteht. Das sind wesentliche Ergebnisse der Studie "Energy Efficiency in Buildings" ("Energieeffizienz in Gebäuden", kurz EEB) des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), die bereits am 27. April in Genf veröffentlicht wurde.

Die Thermotechnik kann hierzu bereits mit den heute verfügbaren Produkten einen wesentlichen Beitrag leisten: "Würden die rund 15 Millionen veralteten Heizungsanlagen in Deutschland auf den Stand der Technik gebracht, könnten mehr als 30 Prozent des CO₂-Aufkommens aus dem deutschen Heizungsbestand vermieden werden", sagt Jürgen Sterlepper, Mitglied des Bereichsvorstands Bosch Thermotechnik. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von rund 55 Millionen Tonnen CO₂. Weitere Reduzierungen lassen sich nach Einschätzung von Bosch Thermotechnik durch den verstärkten Einsatz und die wirksamere Integration regenerativer Energien erzielen. "Aber wir dürfen dieses Thema nicht auf nationale Maßstäbe beschränken", betont Sterlepper. "Als internationaler Thermotechnik-Hersteller sehen wir täglich, wie groß die Unterschiede in verschiedenen Regionen sind. Während die Politik in vielen Ländern Westeuropas und erfreulicherweise neuerdings auch in den USA viel für die CO₂-Reduzierung im Heizungssektor unternimmt, gibt es in zahlreichen anderen Ländern bisher nur geringe Anreize."

Deshalb hält Bosch Thermotechnik die Studie "Energy Efficiency in Buildings" und ihre Ergebnisse für einen wichtigen Schritt, um das Thema Energieeffizienz in Gebäuden weltweit in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken. Die Studie quantifiziert erstmals die weltweiten Potenziale zum Klimaschutz im Gebäudesektor. "Das Potenzial ist hier enorm und kann mit heute vorhandener Gerätetechnik ausgeschöpft werden. Damit kann die Thermotechnik vergleichsweise schnell und zu geringen Kosten sehr viel dazu beitragen, den weltweiten Klimawandel wirksam einzubremsen", betont Sterlepper.

Die Studie des WBCSD beschränkt sich nicht auf die Analyse, sondern schlägt vor, was kurz-, mittel- und langfristig unternommen werden muss, um Energieverbrauch und CO₂-Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts mehr als zu halbieren und damit die Erderwärmung auf zwei Kelvin zu begrenzen. Dabei fordert der WBCSD vor allem Folgendes:

  • Verschärfung der Anforderungen an die Bauausführung bei Neubauten
  • Energie-Klassifizierung zur besseren Transparenz des Gebäudeenergiebedarfs
  • Förderanreize für energieeffiziente Investitionen bei Neu- und Bestandsbauten
  • Fokussierung auf ganzheitliche Gebäudeplanung und Innovationen
  • Ausbau von Forschung und Entwicklung
  • Ausrichtung von Personalkapazitäten der Baubranche auf Energieeffizienz
  • Förderung energiebewussten Verhaltens

Die erforderlichen weltweiten Investitionen von jährlich 300 Milliarden Dollar (rund 226 Milliarden Euro) können zudem der Wirtschaft bereits kurzfristig wichtige Wachstumsimpulse geben.

Die EEB-Studie des WBCSD ist die weltweit größte Studie ihrer Art. Unter dem Vorsitz von Prof. Klaus Töpfer wurden Gebäude in Brasilien, China, Europa, Indien, Japan und den USA analysiert. Bosch ist Mitglied des Unternehmens-Netzwerks WBCSD und hat die EEB-Studie unterstützt. Die vollständigen Studienergebnisse "Transforming the Market: Energy Efficiency in Buildings" stehen unter wbcsd.org zum Download bereit.

siehe auch für weitere Informationen:

ausgewählte weitere Meldungen: