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Nicht "Solardach oder Gründach", sondern "Solardach und Gründach"

(17.4.2009) Gründächer erfüllen vielerlei Funktionen. Sie ergänzen die Wärmedämmung, schützen die Dachdichtung, bieten Lebensraum für Pflanzen und Tiere, halten Regenwasser zurück, verbessern das Kleinklima und stellen wichtige Ausgleichs- bzw. Erholungsflächen dar. Eine weitere Art der Nutzung kommt dazu: die Nutzung der Sonnenenergie zur Stromerzeugung (Photovoltaik) oder Warmwasseraufbereitung bzw. zur Heizungsunterstützung (Solarthermie).


War bisher oftmals in kommunalen Begrünungs-Festsetzungen die Klausel enthalten, dass auf eine Begrünung verzichtet werden kann, wenn stattdessen das Dach zur solaren Energiegewinnung genutzt wird, so hat sich mittlerweile das Wissen und Verhalten verändert. Heute muss kein Bauherr mehr die Entscheidung treffen - Dachbegrünung oder Solarnutzung. Ganz im Gegenteil: Aus der Dachbegrünung und der Solarnutzung ergeben sich Synergieeffekte:

  • So kann die Dachbegrünung die Auflast darstellen, die für die Windsogsicherung der Solaranlage notwendig ist. Damit sind keine Durchdringungen der Dachhaut notwendig. Ebenso kann auf schwere Einzellasten wie Betonklötze verzichtet werden.
  • Außerdem kann eine Dachbegrünung die Wärmedämmung eines Gebäudes soweit unterstützen und verbessern, dass die Nutzung von Sonnenenergie zu Heizzwecken noch besser zur Entfaltung kommt.

Traditionell auf Dachbegrünung spezialisierte Unternehmen wie ZinCo bieten hierzu spezielle Begrünungs-Systeme mit bauaufsichtlicher Zulassung an, die beim baulichen Wärmeschutz mit angerechnet werden dürfen.

Grün sorgt für mehr PV-Leistung

Desweiteren sorgen begrünte Dächer dafür, dass insbesondere Photovoltaikanlagen im Sommer mehr Leistung bringen. Die Ermittlung der Modulleistungen erfolgt nach genormten Prüfbedingungen, den Standard-Testbedingungen (Standard Test Conditions: 1000 W/m², 25°C, AM1,5 = STC). Die STC legt verschiedene Prüfparameter fest. Einer dieser Parameter ist die Temperatur von 25° Grad Celsius der Module beim Prüfvorgang. Denn der Wirkungsgrad der Module sinkt, wenn sich die Betriebstemperatur über 25°C aufheizt. Als grobe Faustformel gilt: 0,5% Leistungsverlust pro Grad Kelvin (K) Aufheizung des Moduls. Da ein Gründach eine bedeutend geringere Oberflächentemperatur aufweist als ein nacktes oder bekiestes Dach, bleibt auch das Photovoltaik-Modul über einem Gründach kühler und der Wirkungsgrad höher.

Um diese Synergien nutzen zu können, hat ZinCo die Solarbasis SB 200 entwickelt (Bild rechts oben). Sie übernimmt die Dränage- und Wasserspeicherfunktion für die Dachbegrünung und dient gleichzeitig - wie der Name schon sagt - als Basis zur Montage des Solargrundrahmens SGR 35/90 aus Aluminium. Er gewährleistet die richtige Neigung der Solarmodule und sichert den nötigen Abstand zur Substratschicht.

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