Redaktion  || < älter 2006/1966 jünger > >>|  

Ultima Office: Die Wand spricht, das Büro wird zur Bühne

  • Das Ultima Office der Orgatec zeigt Leben, Arbeit und Büro anno 2030

(24.11.2006) Die Orgatec Köln hat das Leben und die Arbeit des Jahres 2030 als Erlebnisraum in Szene gesetzt. Fünf Visionäre aus Architektur, Zukunftsforschung und Technik haben ihre Vorstellung der Bürowelt von Morgen formuliert. Ultima Office hieß das Ergebnis und lud in Halle 2.2 die Besucher zum Rundgang und zum Ausprobieren ein. Sie trafen dabei auf die Kollegen der gar nicht so fernen Zukunft und erhielten Einblicke in einen Alltag, der mit dem lieb gewonnen Arbeitsplatz nicht mehr viel gemein hat. Die Technik wird allgegenwärtig, aber unsichtbar sein. Und die Einrichtung wird zur Kommunikationsschnittstelle.

Ultima Office, Büro der Zukunft, Future Office, Büromöbel, Akustik, Beleuchtung, Sprachsteuerung, Tisch, Stuhlhöhe

Dass die Technik kaum mehr sichtbar sein wird, ist eines der wesentlichen Merkmale des Ultima Office. Sie ist integriert in Möbel und Gebäude, identifiziert den jeweiligen Benutzer und stellt spezifische Zugänge zu Kommunikations- und Datenströmen her. Räume und Möbel erden "intelligent" und stellen sich hinsichtlich Raumklima, Akustik, Beleuchtung, Tisch- und Stuhlhöhe spezifisch auf die unterschiedlichen Nutzer und ihre Profile ein. Von "Telefon" werden wir wohl kaum mehr sprechen, Kommunikationsanfragen werden automatisch in den Raum geroutet, in dem der Adressat sich gerade aufhält. Per Sprachsteuerung wird abgefragt, ob er den Dialog annehmen möchte oder nicht. Die Technik ist unsichtbar, aber omnipräsent. Statt Geräten gibt es nur noch Oberflächen. Ein Tisch dient als Tastatur, eine Wand als Bildschirm - was mit Hilfe von Projektion und Abtastung der (Finger-)Bewegungen bereits heute realisierbar ist.

Wenn die Möbel "denken" lernen, muss sich das nicht in sterilen, spartanisch möblierten Räumen widerspiegeln. Das Ultima Office-Expertenteam der ORGATEC erwartet, dass die Büros im Jahr 2030 atmosphärischer, freundlicher, lässiger daherkommen werden. Arbeit und Privatleben verschmelzen. Der moderne Arbeitsnomade steht in multiplen parallelen Beschäftigungsverhältnissen und blickt auf einen vielseitigen Lebenslauf zurück, in dem sich Phasen der starken Arbeitsbelastung mit Zeiten der geringen Beanspruchung abwechseln - je nach Auftragsstand der Ich-AG. Gesundheit am Arbeitsplatz ist bereits heute ein großes Thema, in Zukunft wird es ergänzt durch die Themen Zufriedenheit und Motivation. Beides lässt sich durch eine geeignete Arbeitsumgebung erheblich steigern. Die besten Ideen entstehen nicht am Schreibtisch. Da liegt es nahe, die Umgebung, in der die besten Einfälle entstehen, in die Büros hineinzuholen und mit ihnen zu verknüpfen.

Workshop 2030, Vision 2030 und Cafe 2030 hießen die drei Kernbereiche des Ultima Office. Ihnen schloß sich der Bereich Dialogue an, in dem auch ein Teil des Kommunikationsprogramms stattfand. Damit war das Ultima Office das kreative Zentrum der Kölner Leitmesse für Office und Object. Es inszenierte die Entwicklungen der kommenden Jahrzehnte, bündelte Trends und verknüpfte sie mit aktuellen Informationen aus dem Messeangebot.

Der Besucher startete im Bereich Workshop 2030. Informationsinseln stellten die Hypothesen der Experten auf Schautafeln und Bildschirmen dar. In geführten Gruppen betraten die Besucher des Segments Vision 2030 zunächst die Area of Concentration. Wie alle Räume des Ultima Office kann sie permanent ihre Ausstattung den Anforderungen und Bedürfnissen der jeweiligen Nutzer anpassen. Räume werden "intelligent", und jede Fläche kann zum Träger von Informationen werden. Das Büro wird zur Bühne, auf der der arbeitende Mensch unterschiedliche Rollen einnimmt. Einer der Nutzer aus dem Jahr 2030 begleitete die Besucher auf ihrer Zeitreise und erläuterte, wie sich das Büro im Jahr 2030 zum individuellen konzentrierten Arbeiten ebenso nutzen lässt wie zu Kommunikationszwecken. Entsprechend verändert sich der Raum von der Konzentrations- zur Kommunikationszone. Die Orgatec stellte diesen Wandel über das Zusammenwirken fester, realer Büroeinrichtung und -ausstattung mit virtuellen Elementen und weiteren Einflussfaktoren wie beispielsweise der Beleuchtung dar. Licht veränderte die Raum-Atmosphäre, entsprechende Beleuchtung steigerte die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Boden und Wand wurden einbezogen und übernehmen ihrerseits Funktionen als Kommunikations-Schnittstellen.

Die Area of Interaction stellte ihre Flexibilität in den Dienst der gemeinsamen Arbeit. Sie dient der Teambildung, dem Kennenlernen und der Vertrauensbildung. Wechselnde Projektteams, hohe Anforderungen an die Selbstorganisation und die Notwendigkeit, sein Wissen ständig weiterzugeben und weiterzuentwickeln, erfordern eine Interaktionszone. Ausgestattet mir Sitzecken, einer Cafeteria, Hot Spots, Fernsehern mit Business News aus aller Welt und einer kleinen Bibliothek macht dieser Raum deutlich, dass Arbeits- und Privatleben immer stärker miteinander verschmelzen.

In der Area of Creativity schließlich lassen die Nutzer den Arbeitsalltag hinter sich, um den Kopf frei zu bekommen für neue Ideen und Gedanken. Dieser Raum inspiriert, fördert Kreativität und schafft den dafür notwendigen Freiraum. Er spricht alle Sinne des Nutzers an. Musik wird eingespielt, eine Holographie zeigt Wald oder Meer, unterstützt von entsprechenden Duftstoffen.

Nach dem Verlassen der drei Räume betritt der Besucher das Cafe 2030. Hier gab es nicht nur die verdiente Ruhepause, hier bekamm er auch eine DVD mit allen relevanten Informationen. Der Ultima Office Dialogue war der zentrale Vortrags- und Workshop-Bereich der Orgatec 2006. Jeder der fünf Messetage widmete sich einem aktuellen Branchenthema: "productivity at work", "health at work", "light at work", "sound at work" und "space at work".

siehe auch für weitere Informationen:

ausgewählte weitere Meldungen: