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Kasseler Rollbord: Behindertengerechte Bordsteine ohne Barrieren

(11.9.2006) Die Straßen- und Verkehrsexperten der Stadt Kassel sind bereits überzeugt: Der Kasseler Rollbord werde seinen Weg machen. Der behindertengerechte Übergangsbordstein stand im Mittelpunkt einer Fachveranstaltung am Mittwoch, 12. Juli 2006, im Kasseler Hotel Ramada. Eingeladen hatten die Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung und das Coesfelder Betonwerk Klostermann als Systementwickler und Hersteller. Rund 130 Teilnehmer aus Verwaltungen, Kommunen, Ingenieurbüros sowie Hochschulen und der Bauwirtschaft informierten sich über das inzwischen patentierte System, das ausschließlich von Klostermann hergestellt wird.

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Der Kasseler Rollbord ist ein behindertengerechter Übergangsbordstein, der zwischen Fahrbahn und Geh-/ Radweg eingesetzt wird. Er besteht aus drei Elementen: ein zentraler Übergangsstein mit linkem und rechtem Verbindungsbordstein.

Das neue System hat offensichtlich gegenüber der Standardlösung mit 3 Zentimeter Bordhöhe deutliche Vorteile: Durch die Absenkung des Bordes auf das Niveau des zu überquerenden Verkehrsweges werden die Belange von Rollstuhlfahrern, Radfahrern, Frauen und Männern mit Kinderwagen oder Rollatoren in hohem Maße berücksichtigt. Und durch die taktil erfassbare Oberfläche (Trapezprofil) können sich auch blinde und sehbehinderte Menschen gut orientieren. Zusätzliche Sicherheit versprechen Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfelder mit Trapez- und Noppenprofil.

Die Probleme von Rollstuhlfahrern und blinden oder sehbehinderten Menschen wurden am Beispiel von Fußgängerquerungsstellen an Kreuzungen und Einmündungen aufgezeigt. Viel zu häufig stellt der Bordstein an der Querungsstelle eine Barriere dar. Dass es auch anders geht, kann man inzwischen an mehreren Knotenpunkten in den Kasseler Ortsteilen Ihringshausen, Hofgeismar und Immenhausen sehen. Hier wurde der vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen Kassel konzipierte Rollbord erfolgreich eingesetzt.

In einer lebhaften Diskussion, in der sich auch blinde Mitarbeiter der Bremer Senatsverwaltung äußerten, wurde wieder klar, wie schwer es ist, eine von allen Verkehrsteilnehmern akzeptierte Lösung zu finden. Der Kasseler Rollbord von Klostermann will nun einen gangbaren Weg für alle aufzeigen.

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