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Easy-to-Shop: Praktiker führt den "Baumarkt der Zukunft" ein

  • Bundesweit sechs Pilotmärkte sollen den Kunden ein völlig neues Einkaufserlebnis bieten

(6.8.2006) Die Deutschen sind ein Volk von Heimwerkern. Ob Haus, Wohnung oder Garten, es gibt immer etwas zu tun. Und das nötige Handwerkzeug und Material, das holen sie sich im Baumarkt. Aber mal ehrlich - wenn man da einkaufen geht, dann verliert man leicht mal den Überblick: Zig Regalreihen, unendlich lange Gänge und eine Vielzahl nahezu identischer Produkte. Doch jetzt soll Abhilfe kommen. Am 31.7. hat die Baumarktkette Praktiker ein neues Shopkonzept vorgestellt. Das Konzept heißt Easy-to-Shop und ist Ende Juli in sechs Testmärkten eröffnet worden - und zwar in ...

  • Delmenhorst - Niedersachsen,
  • Essen - NRW,
  • Wolfen - Sachsen-Anhalt,
  • Chemnitz-Wittgensdorf - Sachsen sowie
  • Gerlingen und
  • Weingarten - beide Baden-Württemberg.

Was neu und anders ist, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Praktiker AG, Wolfgang Werner: "Der Kunde bekommt bei uns alles, was er braucht, aber er findet viel schneller, was er sucht. Wir haben sozusagen den selbsterklärenden Baufachmarkt erfunden. Untersuchungen zeigen nämlich, dass ihnen Hilfen bei den Wegweisungen im Baumarkt fehlen, dass sie Probleme bei der Suche nach bestimmten Sortimenten haben oder Fragen zu Preis oder Qualität haben. Wir setzen mit Easy-to-Shop auf echte Kundenorientierung - und das Tolle daran ist, unser Personal hat jetzt mehr Zeit für die Beratung."

Die Pilotmärkte präsentieren sich mit einem breiten Mittelgang, markanten Aktionsflächen und einer eindeutigen Wegweisung. Leicht verständliche Farbleitsysteme, unterstützt von Piktogrammen weisen den Kunden den Weg und Infosäulen sollen kaum noch Fragen offen lassen. Von einer Brancheninnovation spricht Praktiker selber. Dabei bedauere es kein Kunde, dass das Sortiment in den sechs Testmärkten um rund 20 Prozent reduziert worden ist. So gibt es beispielsweise statt 16 verschiedenen Bohrhämmern noch neun. Statt 75 Toilettendeckel künftig 55. Statt 20 Sägen jetzt 12 verschiedene Modelle.

"Und den Kunden wird garantiert nichts fehlen", sagt Professor Dr. Thomas Rudolph, Direktor des Instituts für Marketing und Handel in St. Gallen: "Ab wann ist der Konsument überlastet vom Sortiment? Also nehmen Sie mal den Bereich Schraubenzieher: Wenn wir von 80 Schraubenziehern kommen, dann wird er die Reduktion als Erleichterung empfinden. Es zeugt von Kompetenz, wenn der Händler versucht, zu reduzieren. Besonders in den Warengruppen, wo die Vielfalt in den letzten Jahren stark zugenommen hat."

Bei der Umstellung auf Easy-to-Shop hat sich Praktiker an anderen Handelshäusern orientiert: zum Beispiel an der Modekette Zara, an IKEA oder Aldi und Lidl. Aber auch bei der Billigfluglinie Ryanair. In den nächsten Jahren soll Easy-to-Shop flächendeckend in den deutschen Praktiker-Märkten eingeführt werden. Nach heutiger Planung sollen 2007 rund 50 Märkte umgestellt werden, 2008 folgen weitere 100 Standorte.

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