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"Weiße Wannen sind dicht"

(31.7.2006) In jüngster Zeit ist vermehrt Unsicherheit darüber entstanden, ob Weiße Wannen - also wasserundurchlässige Betonbauwerke - einer zusätzlichen Abdichtung bedürfen. Um es vorweg zu nehmen: Ein nach dem Stand der Technik fachgerecht geplantes und ausgeführtes wasserundurchlässiges Betonbauwerk bedarf aus technischer Sicht nach wie vor keiner zusätzlichen äußeren Abdichtung. Denn ...

  • Weiße Wannen sind seit vielen Jahren allgemein anerkannte Regel der Technik.
  • Sie sind seit 2003 in einer Richtlinie des Deutschen Ausschuss für Stahlbeton - einer Norm gleich - eindeutig geregelt. Beanspruchungs- und Nutzungsklassen erleichtern dem Planer die richtige Festlegung.
  • Eine bautechnisch relevante Wasserdampfdiffusion durch das Bauteil hindurch findet nicht statt. Die Ursachen für mögliche Feuchteprobleme im Innenraum liegen woanders, nämlich in der Baufeuchte oder bauphysikalisch bedingten Fehlern.
  • Eine zusätzliche Abdichtung von außen - beispielsweise zur Vermeidung schädlicher Wasserdampfdiffusion - ist nicht nur überflüssig, sondern auch wirkungslos - und damit ein unnötiger Kostenfaktor.
  • Risse im Beton - ob planmäßig oder unplanmäßig entstanden - können auch von innen dauerhaft abgedichtet werden.
  • Eine hochwertige Nutzung von Kellern erfordert ebenfalls keine zusätzliche Außenabdichtung - allerdings eine geeignete Wärmedämmung gemäß Energieeinsparverordnung.
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Ausführliche Informationen zum Thema Weiße Wannen finden sich im Zementmerkblatt "Wasserunduchlässige Betonbauwerke". Die Regionalgesellschaften des BetonMarketings haben zum Thema Abdichtung einen zusammenfassenden Text verfasst. Merkblatt und Fachtext stehen auf der Internetseite der Zement- und Betonindustrie unter beton.org/weissewanne als Download bereit.

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