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Neue Richtlinie HM.02 vom Verband der Fenster- und Fassadenhersteller

(20.4.2006) Holz-Metall-Fassaden-Konstruktionen werden in der Praxis immer häufiger ausgeführt. Gleichzeitig gilt für diese, genau wie für alle Vorhangfassaden, seit 1.12.2005 die Kennzeichnungspflicht mit dem CE-Zeichen. Was ist also bei solchen Konstruktionen zu beachten? Antworten auf diese Frage gibt der Verband der Fenster- und Fassadenhersteller e.V. mit seiner neuen Richtlinie HM.02 "Anforderungen an Holz-Metall-Fassadenkonstruktionen". Diese Richtlinie ergänzt die bereits 2002 erschienene Richtlinie HM.01 "Anforderungen an Holz-Metall-Fensterkonstruktionen".

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Bild aus dem Beitrag "Neues Holz-Alu-Fassadensystem von Unilux" vom 15.5.2005

Mit den beiden Richtlinien werden wichtige Lücken in den Normen- und Regelwerken geschlossen, da es bisher kaum Aussagen über den Bereich der Holz-Metall-Verbundkonstruktionen gab. Beide Richtlinien wurden in Zusammenarbeit mit einer Reihe namhafter Institutionen erarbeitet, welche die gesamte Bandbreite der Fenster- und Fassadenherstellung im Holz-Metall-Verbund sowohl von der Seite der Systemhersteller als auch der Anwender / Hersteller und der Forschung und Prüfung repräsentieren. Durch die Beteiligung von Instituten und Verbänden aus Österreich und der Schweiz erhalten die Richtlinien eine Vorreiterrolle in Hinblick auf die europäische Integration und die Verwirklichung des Prinzips "Eine Prüfung für Europa".

Die Richtlinie HM.02 gibt zunächst Hinweise zu den geregelten Eigenschaften und zur CE-Kennzeichnung von Vorhangfassaden. Anschließend werden die gängigen Konstruktionstypen von Holz-Metall-Fassadenkonstruktionen beschrieben. Dabei ist zu unterscheiden in Direktverglasungssysteme - mit freien oder abgedeckten Holzoberflächen - und aufgesetzte Verglasungssysteme. Nicht in der Richtlinie behandelt werden geklebte Glasfassaden (Structural Sealant Glazing).

Weiterhin werden die Anforderungen an die einzelnen Komponenten, also Holz- und Metallprofile beschrieben, z.B. hinsichtlich der Oberflächenbehandlung und der Holzverbindungen. Weitere wichtige Kapitel befassen sich mit der inneren und äußeren Abdichtung. Dabei orientiert sich die Richtlinie selbstverständlich an den aktuellen Anforderungen der EnEV und DIN 4108. Weitere Kapitel behandeln Statik (Lasten, Bewegungsausgleich, Verankerungen), Rohbauanschlüsse und bauphysikalischen Gegebenheiten. Ein Kapitel beschäftigt sich mit Erläuterungen zum Schutz der Leistung, Instandhaltung, Wartung und Pflege. Hier wird nochmals ausdrücklich auf die Wartungsverpflichtung des Eigentümers / Auftraggebers hingewiesen. Ein ausführliches Literaturverzeichnis rundet die Richtlinie zu Holz-Metall-Fassadenkonstruktionen ab.

Grundlage für die Richtlinie HM.02 bildet die bereits im Jahre 2002 erschienene Richtlinie für Holz-Metall-Fensterkonstruktionen (HM.01). Diese Richtlinie gibt zunächst die Definitionen verschiedener Typen von Holz-Metall-Fenstern. Weiterhin werden auch hier Anforderungen an die Materialien, die Konstruktion und den Einbau dieser Holz-Metall-Verbundkonstruktionen gestellt. Beide Richtlinien zusammen, stellen für den im Bereich Holz-Metall-Verbundkonstruktionen tätigen Fachmann ein vollständiges und unentbehrliches Kompendium dar.

Die VFF-Richtlinien HM.01 und HM.02 können über vff@window.de bestellt werden. Die Schutzgebühr für jede Richtlinie beträgt 6,00 Euro. Mitglieder des Verbandes erhalten ein Exemplar der neuen Richtlinie kostenlos!

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