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Rohrleitungsbauverband: Milliardenschwere Belastung für kommende Generationen

Rohrleitungsbauverband, Rohrleitungbau, Trinkwasserleitung, Wasserrohre, Wasserrohr, Trinkwasserleitungen, rbv, Wasserwirtschaft(7.4.2006) Viele unterirdische Trinkwasserleitungen in Deutschland sind überaltert und müssen dringend erneuert werden. Aber die erforderlichen Investitionen bleiben aus. Der Rohrleitungsbauverband (rbv), der sich vom 6. bis 8. April in Potsdam trifft, hat errechnet, dass der Investitionsstau auf etwa 13 Milliarden Euro angewachsen ist. Für rbv-Präsident Klaus Küsel ist das ein drastischer Verstoß gegen den Generationenvertrag. "Das Abwirtschaften der Infrastruktur auf Kosten zukünftiger Generationen ist verantwortungslos", kritisiert er anlässlich der Tagung.

Experten gehen davon aus, dass 1,5 bis zwei Prozent der Wasserrohre pro Jahr erneuert werden müssten, damit die heutige Qualität des Netzes aufrechterhalten werden kann. Nach Angaben des Bundesverbands der Gas- und Wasserwirtschaft und Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches beträgt die Erneuerungsrate tatsächlich aber nur 0,9 Prozent. Der Investitionsbedarf steigt damit überproportional. Nach Angaben des rbv ist nicht einmal bekannt, wie viele Rohre des rund 430.000 Kilometer langen Netzes saniert werden müssen. Küsel fordert deshalb, dass Politik und Versorger trotz leerer Kassen schnell eine Lösung finden. Vor allem müssten die Versorgungsunternehmen eine Altersberechnung ihrer Netze vornehmen.

An der rbv-Tagung in Potsdam nehmen 100 Mitgliedsfirmen teil. Das Branchentreffen findet parallel zur Wasser Berlin 2006 statt, dem weltweit größten Branchentreff für Wasser und Abwasser.

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