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Dämmstoffmarkt in Deutschland auch 2005 weiter rückläufig

(25.3.2006) Die Krise im Bausektor der Bundesrepublik Deutschland macht naturgemäß auch vor dem Dämmstoffmarkt nicht halt. Der Markt für Dämmstoffe verzeichnete auch im Jahr 2005 einen mengenmäßigen Rückgang, der mit einem Minus von 3,1% auf 24,46 Millionen m³ jedoch schwächer ausfällt als 2004 (-4,34%). Wie eine aktuelle Studie der InterConnection Consulting Group zeigt, sollte jetzt der Tiefpunkt erreicht sein. In den kommenden Jahren wird wieder ein leichtes Marktwachstum erwartet, Grund zur Euphorie gebe es jedoch nicht.

Strohballen als Wärmedämmstoff vom DIBt zugelassen
Foto vom Fachverband Strohballenbau aus dem Beitrag "Strohballen als Wärmedämmstoff vom DIBt zugelassen" vom 5.3.2006

Die Unternehmen im Dämmstoffmarkt konnten diesen mengenmäßigen Rückgang durch Preiserhöhungen kompensieren. Steigende Energiekosten und Rohstoffpreise sorgten für Preiserhöhungen zwischen 6 und 9% und ein wertmäßig Wachstum des Gesamtmarktes von über 5%, nachdem die Dämmstoffpreise bis 2003 beinahe 15 Jahre konstant geblieben waren.

Markt pendelt sich auf Niveau von 2004 ein

"Höhenflüge sind bei der Entwicklung des Baumarktes naturgemäß nicht zu erwarten, aber für die nächsten Jahre ist nicht mehr mit einem mengenmäßigen Rückgang des Marktes zu rechnen, auch wenn keine großen Wachstumsraten zu erwarten sind. Der Markt wird sich erstmal auf diesem Niveau einpendeln" erklärt Magister Michael Bruhns, Consultant bei InterConnection Consulting.

So erwartet man für 2008 ungefähr die Menge, die schon 2004 abgesetzt wurde. Verantwortlich dafür ist vor allem die verstärkte Renovierungstätigkeit in Deutschland, die die Schwäche des Neubaumarktes fast abfedern könne. Immerhin seit 2003 übertrifft der Absatz von Dämmstoffen auf dem Renovationsmarkt den Absatz für Neubauten. Gesetzliche Regelungen wie der Energiepass werden diesen Trend noch verstärken. Denn durch das Energiepass-Programm der Bundesregierung sind ab 2006 Hauseigentümer gezwungen, ihre Immobilien energetisch zu renovieren, wenn sie diese verkaufen oder neu vermieten wollen (siehe auch Dauerthema: Energiepass)

Zudem wird die Abschaffung der Eigenheimzulage durch die Bundesregierung den Neubaumarkt zusätzlich belasten. (zur Erinnerung: Nur wer vor dem Stichtag 1.1.2006 mit der Herstellung begonnen oder den notariellen Kaufvertrag abgeschlossen hat bzw. einer Genossenschaft beigetreten ist, hat noch Anspruch auf Eigenheimzulage nach den bisherigen Regelungen des Eigenheimzulagengesetzes über den gesamten Förderzeitraum von acht Jahren.) Angesichts deutlich gefallener Finanzierungs- und Baukosten sowie einer Entspannung der Wohnungsmärkte sei die Eigenheimzulage als flächendeckendes Instrument entbehrlich geworden, so der Sprecher der Bundesregierung. Daraus schlussfolgern die Marktforscher der InterConnection Consulting Group einen Rückgang der Baugenehmigungen in den nächsten Jahren - zumindest bei unveränderter wirtschaftlicher Lage in Deutschland, zu erwarten.

Mineralwolle bleibt die Nummer 1

Mineralwollprodukte bleiben der beliebteste Rohstoffe, wenn es um das Dämmen geht. Deren Marktanteil liegt weiter über 55%, gefolgt von den verschiedenen fossilen Dämmstoffen wie EPS oder PUR. Natürlich sei der Preis der Produkte das entscheidende Kriterium für die Dämmstoffwahl. Mineralwolle ist immer noch das billigste Produkt am Markt, wobei man natürlich auch qualitative Unterscheidungen innerhalb dieser Produktgruppe machen müsse und könne, die sich im Preis niederschlagen.

Durch die Förderungen der Bundesregierung für nachwachsende Rohstoffe ist deren Anteil beträchtlich gestiegen, bezogen auf den Gesamtmarkt machen sie jedoch lediglich 4-5% aus. Auch wenn diese Förderungen Ende 2006 auslaufen, wird sich in Anbetracht steigender Rohstoff- und Energiepreise ihre Bedeutung sukzessive erhöhen, zumal auch immer mehr Unternehmen die Produktion von Dämmstoffen aus Schafwolle, Hanf oder Flachs aufnehmen.

Alles wartet auf die Erholung des Baumarktes

In der Dämmstoffindustrie wartet man weiter sehnsüchtig auf den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland im Allgemeinen und auf den des Neubaumarktes im Speziellen, da diese Bereiche stark miteinander korrelieren. Erst dann ist wieder mit einem nachhaltigen mengenmäßigen Wachstum zu rechnen. Dies wird aber noch bis mindestens 2008 auf sich warten lassen, wenn man den Prognosen der Baugenehmigungen Glauben schenkt.

Übrigens: Der "IC Market Forecast" ist eine regelmäßig für die unterschiedlichsten Branchen durchgeführte Markt- und Branchenanalyse, wobei Informationen für nationale, europäische und internationale Märkte erhoben und analysiert werden. Die Studie "IC Market Forecast Dämmstoffe In Deutschland" (Umfang: ca. 80 Seiten plus Rohdaten als Excel Tabelle) ist bei der InterConnection Consulting Group zum Preis von 950 Euro erhältlich. Zusätzlich erhältlich sind Forecast der Märkte in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien (je 950 Euro und als Gesamtstudie aller 5 Länder 4.444 Euro).

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