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BG BAU-Aktion "Oben Bleiben! Ohne Durchsturz"

(16.3.2006) 2.648 Dachunfälle verzeichnete die Unfallversicherung der Bauwirtschaft im Jahre 2004. Viele dieser Unfälle sind Durchstürze von nicht begehbaren Dachflächen, wie Wellplatten und Lichtbänder. Innerhalb von drei Jahren stürzten so 1.394 Personen, in manchen Fällen viele Meter tief. Schwerste Kopfverletzungen, Querschnittslähmungen, Knochenbrüche oder gequetschte Gliedmaßen ziehen sich dabei jedes Jahr viele Hundert Beschäftigte zu. 56 dieser Unfälle endeten tödlich. Wie die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) am 15. März 2006 erklärte, will sie mit einer Schwerpunktaktion auf die Gefahren deutlicher hinweisen.

Absturzsicherung für begehbare Dachflächen
Bild aus dem Beitrag "Absturzsicherungssystem erhält GALABAU-Innovationsmedaille" vom 8.12.2004

Besuche und Gespräche von Technischen Aufsichtspersonen der BG BAU in Dachdeckerbetrieben zeigten deutlich: Bei Arbeiten auf Wellplatten und an Lichtkuppeln wird häufig auf sämtliche Absturzsicherungen verzichtet. Brechen Beschäftigte durch, entstehen neben schlimmen Folgen für die Betroffenen und ihre Familien auch hohe finanzielle Belastungen: Bei Unfällen im Dachdeckerhandwerk sind Kosten pro Fall von mehreren Hunderttausend Euro für die medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation sowie Entschädigungsleistungen keine Ausnahme. Häufig sind die Beträge noch deutlich höher.

Die Aktion "Oben Bleiben! Ohne Durchsturz" dauert bis Oktober 2006: Gezielt beraten die Technischen Aufsichtspersonen rund 2.500 Unternehmen und machen zudem bei den üblichen Baustellenbesichtigungen nachdrücklich auf die Unfallgefahren aufmerksam.

Den Unternehmen wird empfohlen, sich auch in eigener Initiative an die BG BAU zu wenden, um zu erfahren, bei welchen Arbeiten zum Beispiel Netze als Absturzsicherung nach Innen, Laufstege als Verkehrswege auf Wellplatten oder Unterspanngitter für Lichtkuppeln eingesetzt werden müssen und was erforderliche Sicherungsmaßnahmen kosten.

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