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Schiefer ist nicht zwingend "schieferfarben"

(14.11.2005) Dass Schiefer nicht zwingend "schieferfarben" sein muß, demonstriert Rathscheck mit einer bereits 1994 vorgestellten Kollektion farbiger Schiefer - der Markenname: ColorSklent. Immer wieder fallen die Blicke auf diese besonderen Schiefer. Und immer wieder kommt die Frage auf, woher sie kommen und wie sie entstehen.

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Die Farbe und die Ästhetik des Schiefers hängt hauptsächlich von den Mineralien, deren Korngröße und der Struktur des Steines ab. Alle drei Eigenschaften zusammen ergeben das für ein bestimmtes Gestein typische Erscheinungsbild.


Bild aus der Meldung "Moderne Schieferdeckarten im Vergleich"

Ein hochwertiger Dachschiefer weist auf 5 mm Spaltstärke etwa 450 Glimmerlagen auf. Das entspricht rund 90 Gefügelagen auf einen Millimeter. Im natürlichen Abwitterungsprozess gelangen bei hochwertigen Schiefern immer wieder neue Glimmerlagen an die Oberfläche und sichern damit über Jahrhunderte hinweg den edlen, seidigen Glanz einer Schieferfläche.

Dieser bei hochwertigen Schiefern anhaltende seidige Glanz ist ein Farbmerkmal wie die Farbe selbst, sichert doch gerade der seidige Glanz auch die Vielfarbigkeit und dauerhafte Lebendigkeit einer Schieferfläche. Die Schieferung und die Glimmerlagen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Gesamt-Farbwirkung des Schiefers.

Mildes Grün, warmes Rot

"Normaler" Schiefer wird farblich als blaugrau, seidenmatt glänzend beschrieben. Darunter verstehen wir heute z.B. Moselschiefer oder InterSIN-Qualitäten. Bei diesen Schiefervorkommen werden hellere und dunklere Schattierungen unterschieden.

Die Farbe grün ist bei Schiefer relativ selten. Sie basiert auf dem Schicht- bzw. Blattsilikat Chlorit (ähnlich den genannten Glimmerlagen), das nicht mit dem Salz Chlorid mit "d" verwechselt werden darf. Grüner Schiefer wird deshalb zuweilen auch Chloritschiefer genannt.


Bild aus der Meldung "Projektbericht: Hellgrüne Schieferfassade für besonderen Wohnungsbau" vom 7.11.2005

Nur klein ist der Schritt vom grünen zum roten Schiefer. Sie sind miteinander verwandt. Oft kommen in den Schieferbergwerken und Steinbrüchen grüne und rote Schiefer direkt nebeneinander vor. Zuweilen findet man sogar rot-grün gestreifte oder rote Schiefer mit grünen Punkten. Rotschiefer ist ein über Jahrmillionen unter hohem Druck langsam verfestigter Schiefer, der durch geologische Erhitzung aus grünem oder blaugrauem Schiefer entstehen kann.

Farbspiel - ein Geschenk von Mutter Natur

Farbschiefer sind meistens helle, stark glänzende Gesteine. Damit ist der Ansatz natürlicher Patina hier im Vergleich zum dunklen Schiefern auch besser sichtbar. Das bedeutend lebhaftere Bild der Deckung ist zudem zurückzuführen auf verschiedene Spaltoberflächen und Strukturunterschiede in diesen Flächen, geringe Lagedifferenzen und dadurch unterschiedlich intensiven Glanz. Und selbstverständlich gibt es auch von Natur aus vorhandene, natürliche Farbnuancen. Bei klassischen blaugrauen Schiefern ist dieses Farbenspiel zurückhaltend und eher dezent.


Sanierung nach altem Vorbild. Bereits vor 100 Jahren war bei dieser Hamburger Villa purpurfarbener englischer Schiefer eingedeckt.

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