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Neuartiges Verfahren gegen Algenbefall in Becken, Teichen oder Springbrunnen

(1.11.2005) Nur Insider wussten bisher, dass der alljährlich massive Algenbefall in Zehntausenden von Becken, Teichen oder Springbrunnen oft von den Betreibern selbst verursacht wird. Die Ursache: eine meist unvermeidliche Befüllung mit Trinkwasser schafft optimale Lebensbedingungen für Algen. Wissenschaftler aus Hof fanden eine Lösung, die den schnellst wachsenden Organismen im Wasser die Existenzgrundlage entzieht.

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Allmählich wurde der ständige Wasserwechsel zum wirtschaftlichen Störfaktor. Immer wieder tauschten Techniker der international agierenden Wall AG in den Sommermonaten 2004 das Wasser in über 70 von ihnen betreuten Berliner Springbrunnen aus. Was als partnerschaftliche Geste gegenüber der Stadt gedacht war, entwickelte sich zum never ending problem. "Kaum gewechselt, färbten Faden- und Schwebealgen das teure Nass erneut grün und drohten die Düsen der Wasserspiele zu verstopfen", fasst Gruppenleiter Karsten Zander seine frustrierenden Erfahrungen zusammen.

Was er und seine Kollegen nicht ahnten: Sie schufen mit dem Wasseraustausch ungewollt immer neu Grundlagen für den Befall. Denn Trinkwasser enthält stets auch Phosphat - neben Licht und Wärme die dritte wesentliche Existenzbedingung für die älteste Pflanzenart der Erde. Die Konzentration dieses Salzes liegt zwar bundesweit deutlich unter dem behördlichen Grenzwert von 6,7 mg/Liter, den grünen Zellstämmen reicht aber schon ein Zweihundertstel davon völlig aus. Ein so geringer Wert wird nirgends analytisch erfasst, die Berliner Wasserbetriebe begnügen sich beispielsweise mit der Aussage < 0,09. Diese "sehr geringe" Phosphatbelastung ist für Menschen absolut unbedenklich - für Algen jedoch optimal. Manche Wasserversorger verstärken den Effekt noch durch - für den Menschen unbedenkliche - Phosphat-Zugabe, um ihr Leitungsnetz vor Korrosion zu schützen.

"Die chemische Keule wollten wir nicht zücken, Alternativen waren jedoch nicht in Sicht", erläutert Technikexperte Zander das Dilemma. Allerdings hätte selbst massive Algenvernichter-Anwendung keine Lösung gebracht. Denn die abgestorbenen Substanzen wären nur abgesunken, verrottet, hätten das von ihnen gebundene Phosphat freigesetzt und unweigerlich den Kreislauf von neuem in Gang gesetzt.

Wissenschaftler der auf Wasserprobleme spezialisierten fränkischen Lavaris Lake GmbH fanden nach mehrjähriger Forschung eine Lösung, unerwünschtes Algenwachstum in Teichen, stehenden Gewässern und Wasserkreisläufen für längere Zeit zu unterbinden. Ihr dreistufiges, patentiertes Prinzip:

  • Zunächst wird, wo immer möglich, auf traditionelle Weise mechanisch vorgereinigt.
  • Dann kommen naturverträgliche Algizide zur Anwendung. Sie zerstören, auch punktuell, Fadenalgen binnen Stunden oder lassen sämtliche Arten durch Phosphatentzug buchstäblich "verhungern".
  • Das Salz wird dann mit Hilfe eines langsam wirkenden Mineralienmixes über Wochen zu Apatit gebunden und sinkt als Granulat auf den Gewässergrund.

Trotz Nachfüllens von Verdunstungsmengen und Eintrag von Laub und Blütenstaub solle eine frühzeitige einmalige Behandlung fast immer ausreichen, die Algen während der gesamten Saison fernzuhalten.


Von dieser innovativen Methode hatten die Verantwortlichen der Thüringer Landesgartenschau 2004 in Nordhausen erfahren. Zu ihren Highlights gehörte ein eigens angelegtes, 60 qm großes Seerosenbecken mit durchschnittlich nur 0,5 Metern Tiefe. Um der drohenden sommerlichen Algenplage vorzubeugen, wandte sich das Management an die Hotline der Lavaris Lake GmbH in Hof. Deren Experten rieten nach Laboranalyse einer Wasserprobe, die Karbonhärte des Gewässers zu erhöhen, ersten Algenbefall mittels AlgoClear zu beseitigen und das Becken mit SeDox zu "impfen". "Die strikte Umweltverträglichkeit dieser Produkte war ein wesentlicher Grund unserer Entscheidung für die Lavaris-Offerte. Wir haben sie nicht bereut" erklärt Dipl. Ing. Detleff Wierzbitzki, Landschaftsarchitekt und Geschäftsführer der Landesgartenschau. Nachdem die Mittel gemäß genauer, wie verständlicher Gebrauchsanweisung eingebracht waren, sei der Zustand des Wassers durchgängig einwandfrei gewesen.

Auch bei der Landesgartenschau Sachsen-Anhalt in Zeitz war ein Algenproblem zu lösen. Antje Klenke vom LAGA-Management erläutert: "Im weitläufigen Park von Schloss Moritzburg hatten wir den Johannisteich - 1.200 Quadratmeter Fläche, bis 3,50 Meter tief - samt Fontäne und Wasserfall neu angelegt und bepflanzt. Mit seinen Blüten, vielfältigen Lebensformen am und im Wasser wurde er zu einem echten Anziehungspunkt für unsere weit über 400.000 Besucher. Leider trat jedoch sehr schnell starker Algenbefall auf. Auf Empfehlung unseres Gartenbauers wandten wir uns mit Bitte um Pflanzen und Lebewesen schonende Hilfe an Lavaris." Die Wirkung der empfohlenen Mittel AlgoClear und SeDox überzeugte, allerdings hielt der Effekt aus zunächst unerklärlichen Gründen nur einige Tage an. Bei einem gemeinsamen Termin vor Ort wurde die Ursache gefunden: der ständige, beträchtliche Zufluss phosphathaltigen Brunnenwassers schuf ungewollt stets auf´s Neue günstige Wachstumsbedingungen für die Algen. Das Problem war also weitgehend konstruktionsbedingt. Als Folge mussten deutlich öfter Wirkstoffe eingebracht werden, als ursprünglich kalkuliert. "Wenn wieder mal ein Gewässer neu anzulegen ist, werden wir den Architekten bitten, das unbedingt schon bei der Planung zu berücksichtigen", erklärt die diplomierte Gartenbauingenieurin.

In diesem Jahr testeten auch die Techniker der WALL AG die effiziente wie ökologische Lösung - und waren sehr angetan. 2006 wollen sie nun einen Großteil von Berlins Springbrunnen umweltfreundlich vor störendem Bewuchs schützen - und dabei sparen.

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