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Bauindustrie: Baukonjunktur stabilisiert sich im Spätsommer 2005

(7.10.2005) Die deutsche Bauindustrie sieht eine realistische Chance, den seit 1995 anhaltenden negativen Umsatztrend im Bauhauptgewerbe 2006 zu brechen. Wie der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie anlässlich seiner Herbstpressekonferenz in Berlin mitteilte, rechne der Hauptverband für 2006 - unter günstigen Bedingungen - sogar mit einem Umsatzplus von bis zu 1%. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass sich die neue Bundesregierung - nach dem zu erwartenden obligatorischen Kassensturz - nicht in eine Haushaltssperre zu Lasten der öffentlichen Investitionen flüchte, der zögerlich anlaufende Investitionsmotor nicht durch eine gesamtwirtschaftliche Abkühlung wieder gebremst werde und die kommunalen Gewerbesteuereinnahmen weiter zunähmen.

Der Hauptverband stützt seine Prognose auf die Stabilisierung der Baunachfrage zur Mitte des Jahres 2005: Die Unternehmen konnten zwischen Mai und Juli 2005 immerhin ein leichtes Auftragsplus von 1,3% verbuchen. Positiven Impulsen im Wirtschaftsbau (+5%) und im öffentlichen Bau (+1,9%), stehen allerdings nach wie vor schwache Auftragseingänge im Wohnungsbau (-7,5%) gegenüber. Das "Nachfrageloch" zu Beginn des Jahres wirkt jedoch in den kumulierten Auftragseingängen nach. Für die Monate Januar bis Juli 2005 ergibt sich deshalb noch ein Auftragsminus von 5,4% (Wirtschaftsbau: -3,8%, öffentlicher Bau -4,8%, Wohnungsbau -9,9%).

Die sich abzeichnende Stabilisierung der Baunachfrage wird sich jedoch nach Auffassung von Keitel 2005 noch nicht in einer verbesserten Umsatzentwicklung niederschlagen. Die positiven Impulse aus dem Wirtschaftsbau kämen zu spät und seien auch noch zu schwach, als dass sie die Ausfälle im Wohnungsbau ausgleichen könnten. Der Hautverband gehe deshalb davon aus, dass die Umsätze 2005 noch einmal um 5 bis 6% zurückgehen würden.

Insgesamt blicken die Bauunternehmen wieder optimistischer in die Zukunft: 58% erwarten nach dem Ifo-Konjunkturtest für die nächsten Monate eine gute bzw. zumindest befriedigende Geschäftslage. Ein Wert, der zuletzt im Jahr 2000 übertroffen wurde. Die Aufhellung der Stimmung geht einher mit einer verbesserten Kapazitätsauslastung: In den Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten kam im 2. Quartal 2005 auf jeden gewerblich Beschäftigten ein Auftragsbestand von 67.500 Euro; dies waren 45% mehr als zu Beginn der Baukrise im Jahre 1995 und 23% mehr als im Jahre 2000.

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