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"Wohnungsbau liegt deutlich unter dem Bedarf"

(8.9.2005) "Die deutsche Wirtschaft ist im 1. Halbjahr 2005 nur wenig gewachsen: Plus 0,6% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Während sich bei den Ausrüstungen das Investitionsvolumen um 4,5% erhöhte, blieben die Bauinvestitionen mit 94,7 Mrd. Euro um fast sechs Prozent unter der Vorjahresgröße. Die Betriebe des Bauhauptgewerbes erzielten im Zeitraum Januar bis Juni 2005 einen Umsatz von 29,6 Mrd. Euro, das sind 12,3% weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass die deutsche Bauwirtschaft auch in diesem Jahr noch nicht über den Berg kommen wird." Dies sagte Dieter Horchler, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Hochbau im Zentralverband Deutsches Baugewerbe anlässlich der Fachtagung "Mauerwerksbau versus Wärmedämmverbundsysteme" in Neumünster.

Horchler stellte fest, dass die Wohnungsbauinvestitionen seit Jahren unvermindert zurückgehen und dies vor dem "erstaunlichen Hintergrund von Baupreisen, die auf dem Niveau von vor 10 Jahren stagnieren. Auch die Hypothekenzinsen bewegten sich auf historisch niedrigem Niveau."

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Grafik aus der Meldung "Deutsche Hauspreise im europäischen Mittelfeld" vom 22.8.2005

"Es ist noch gar nicht so lange her, da galt Deutschland zu Recht als Weltmeister in puncto Baukosten. Vor allem Niederländer und Briten wurden als Vorbilder gepriesen, wenn es um preisgünstiges Bauen ging. Doch inzwischen hat sich das Bild grundlegend gewandelt: Während die Hauspreise hierzulande in den letzten zehn Jahren im Schnitt unverändert geblieben sind, verdoppelten sie sich in vielen anderen europäischen Ländern" - so Horchler.

Der Verlust von 700.000 Arbeitsplätzen in der Branche sei kein Wunder, da in Deutschland seit zehn Jahren deutlich unter Bedarf gebaut werde. Bei 39 Millionen Wohnungen in Deutschland müssten zum reinen Bestandserhalt 390.000 Wohnungen fertig gestellt werden. Für 2005 sei allerdings nur mit maximal 240.000 Fertigstellungen zu rechnen.


Grafik aus der Meldung "Experten befürchten Wohnungsknappheit" vom 21.3.2005

Zur Thematik der Fachtagung führte Horchler in die Tradition des Mauerwerksbaus ein: "Bereits seit der Frühgeschichte der Menschheit werden Steine zum Bauen verwendet. Die Einsicht, Gebäude wärmedämmend, brandsicher und schallschützend herstellen zu wollen und dabei Standsicherheit und Langlebigkeit zu gewährleisten, führte zur Entwicklung der modernen Mauerwerksbaustoffe mit ihren vielseitigen Eigenschaften."

Er bekräftigte, dass "gutes Mauerwerk im Hinblick auf Raumtemperaturen und Raumklima den vermeintlichen High-tech-Wänden aus Wärmedämmverbundsystemen deutlich überlegen ist. Auch im mehrgeschossigen Wohnungsneubau ist infolge neuer Vorgaben für energieeffizientes Bauen mit einer Rückkehr zum klassischen Mauerwerk anstelle von Stahl-Glas-Verbundkonstruktionen zu rechnen. Damit hat der Mauerwerksbau auch langfristig eine gute Perspektive."

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"Ins Grüne geöffnete Niedrigenergiehaus": 2. Platz beim Unipor-Architekturpreis (siehe Meldung vom 21.1.2005)

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