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2. Tag des Passivhauses am 12. und 13 November 2005

(3.8.2005) Am Samstag 12. und Sonntag 13. November 2005 können in ganz Deutschland, erstmals sogar weltweit, hunderte von Passivhäusern besichtigt werden. Damit soll der Passivhaus-Standard, der modernes, komfortables Wohnen bei extrem geringen Energiekosten bietet, weiter bekannt gemacht werden. Die Informations-Gemeinschaft Passivhaus Deutschland (IG Passivhaus) organisiert den Tag des Passivhauses zusammen mit Partnerverbänden, Architekten und Bauherren.

  • Passivhaus-Bewohner, die teilnehmen möchten, können ab sofort ihre Projekte über das Internet anmelden.
  • Interessierte Besucher finden ab dem 15.09.2005 die jeweils aktuell zur Besichtigung geöffneten Häuser unter www.ig-passivhaus.de.

Ein Passivhaus verspricht eine hohe Behaglichkeit bei sehr niedrigem Energieverbrauch. Rein äußerlich müssen sich Passivhäuser nicht von konventionellen Häusern unterscheiden. Denn das Passivhaus bezeichnet einen Standard und keine bestimmte Bauweise. Das Besondere steckt in den Details:

  1. Drei-Scheiben-Wärmeschutzfenster mit gut dämmenden Rahmen
  2. Besonders gute Wärmedämmung
  3. Wärmebrückenfreiheit
  4. Luftdichte Hülle
  5. Komfortlüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung

Ein Passivhaus benötigt im Jahr bei üblicher Nutzung nicht mehr als etwa 1,5 Liter Öl oder 1,5 m³ Erdgas (entspricht 15 kWh) pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Dies entspricht einer Einsparung von mehr als 90% gegenüber dem durchschnittlichen Verbrauch in bestehenden Wohngebäuden. Zum Vergleich: Auch ein Neubau nach den heute gültigen gesetzlichen Verordnungen benötigt immer noch 6-10 Liter Öl je m² Wohnfläche.

Der Passivhaus-Standard ist im Bereich des Wohnungsbaus schon weit verbreitet. Europaweit stehen weit über 6 000 bewohnte Passivhäuser in unterschiedlichster Bauweise als freistehendes Einfamilienhaus, Reihenhaus oder Wohnung in einem Geschosswohnungsbau. Aber Passivhäuser gibt es auch als Kindergärten, Schulen, Turnhallen oder Bürogebäude.

Warum gibt es den Tag des Passivhauses?

Anders gefragt: Warum sind noch nicht alle Neubauten Passivhäuser? - Die Vorteile dieses Baustandards liegen für die Anhänger so offensichtlich auf der Hand und trotzdem sind nur ein Bruchteil aller Neubauten Passivhäuser. Wahrscheinlich weil noch immer zu wenig Menschen Passivhäuser kennen, oder auch noch Fragen haben, die ihnen vor Ort beantwortet werden können. Wie z.B., dass das Passivhaus kein kompliziertes Hightech-Haus ist, dass man selbstverständlich die Fenster öffnen kann und darf, dass die Komfort-Lüftung nicht zu hören ist und auch kein Luftzug spürbar ist.

Das Ziel der Veranstaltung ist es, allen Interessierten die Möglichkeit zu bieten, Wohn- und Nicht-Wohngebäude im Passivhaus-Standard ganz in ihrer Nähe zu besichtigen. Das Passivhaus "zum Anfassen", das Gespräch mit Bewohnern und Architekten sollen Fragen beantworten, überzeugen, begeistern. Der erste Tag des Passivhauses 2004 war ein voller Erfolg gewesen: Über 300 Passivhäuser in Deutschland und Österreich standen den Besuchern offen. Bei der diesjährigen Wiederholung haben sich neben Österreich, Schweiz, Italien, Polen, Belgien, Niederlande und weiteren Ländern sogar die USA angeschlossen.

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