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Fröling meldet erneut Insolvenz an

(20.5.2005) Die Fröling Heiz- und Trinkswassersysteme GmbH ist nach der Insolvenz im Jahr 2003 (siehe Meldung vom 5.8.2003) erneut zahlungsunfähig und hat am 13. Mai 2005 zum zweiten Mal Insolvenz angemeldet. Rund 150 Arbeitsplätze sind dadurch akut gefährdet.

Viel ist aus Overath noch nicht zu erfahren. Aber am Donnerstag gab es eine Betriebsversammlung, auf der der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Andreas Ringstmeier versprochen haben soll, für die noch nicht gezahlten April-Löhne "in Vorleistung" treten zu wollen. Das jedenfalls werde er bei der Gladbacher Agentur für Arbeit beantragen. Darüber hinaus habe es wenig Neues für die Belegschaft gegeben.

Medienberichten zufolge wird bei Fröling zunächst weiter gearbeitet, wenngleich die Situation allein aus Imagegründen wesentlich schwieriger sei, als bei der letzten Insolvenz vom Sommer 2003 - zumal diese noch gar nicht abgeschlossen ist.

Ein paar Infos aus dem Hintergrundrauschen: Bereits seit Dezember 2004 hat sich wohl die erneute Schieflage des Unternehmens abgezeichnet. In der Geschäftsführung soll es (daraufhin?) zu Auseinandersetzungen zwischen dem damaligen Geschäftsführer Ernst Gumrich und Vertretern der Frankfurter Beteiligungsholding AG gekommen sein - und zwar wegen der Einbringung zusätzlicher Kapitalbeiträge und einer Reduzierung des Personals. Ernst Gumrich ist zwischenzeitlich krankheitsbedingt aus der Geschäftsführung ausgeschieden.

Auf der ISH im März zeigte sich Fröling - Hersteller von Öl-, Gas- und Festbrennstoffkesseln in so ziemlich allen Größen, Trinkwassererwärmern und Schichtspeichern, Solarsystemen, Wärmetauschern, Nah- und Fernwärmetechnik sowie entsprechenden Regelungssystemen - noch mit einem recht üppigen, allemal der Branche angemessenen Messestand, wenngleich die Liquiditätskrise bereits im Februar bedrohlich gewesen sein soll. So sind Fröling-Produkte zu Niedrigstpreisen angeboten worden, um offensichtlich schnell an flüssiges Geld zur Abwendung der Zahlungsunfähigkeit kommen zu können.

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