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Solarindex: Solarbranche erhält eigenen Geschäftsklimaindex

  • Branche rechnet mit weiterem Marktaufschwung
  • 200 Solarunternehmen liefern Daten

(19.5.2005) Die deutsche Solarbranche verfügt ab sofort über einen eigenen Geschäftsklimaindex. Die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) gab heute die ersten Ergebnisse des Stimmungsbarometers bekannt. Danach rechnet die Mehrheit der befragten Solarunternehmen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftsbedingungen und einem weiteren Marktwachstum. Für 2005 erwartet die Branche nunmehr einen Branchenumsatz von 2,6 Mrd. Euro. Gegenwärtig zählen über 3.000 deutsche Solarunternehmen rund 30.000 Beschäftigte am Standort Deutschland.

Der Solarindex soll vierteljährlich vom Marktforschungsinstitut Europressedienst im UVS-Auftrag erhoben werden. Ziel ist es, aktuelle und repräsentative Erkenntnisse zur aktuellen unternehmerischen Stimmungslage und zu den Erwartungen für die Geschäftsentwicklung der Solarbranche zu gewinnen. Zweihundert Unternehmen der Solarwirtschaft aus den Bereichen Produktion, Großhandel und Handwerk liefern dazu Daten.

Bei näherer Betrachtung weisen die ersten Ergebnisse des Branchenbarometers auf deutliche Unterschiede zwischen den beiden Branchensparten Solarstrom (Photovoltaik) und Solarwärme (Solarthermie):

  • Siebzig Prozent der an der Erhebung teilnehmenden Unternehmen der deutschen Photovoltaikbranche betrachten ihre Geschäftslage aktuell als "sehr gut" bzw. "eher gut". Nur dreizehn Prozent der Unternehmer beurteilen ihre Situation als "eher schlecht" bzw. "sehr schlecht". Die übrigen 17 Prozent geben als Einstufung "befriedigend" an.
  • In der Solarwärmebranche ist das Stimmungsbild hingegen weit weniger positiv: Lediglich ein Drittel der befragten Unternehmer betrachten ihre Geschäftslage als gut. Immerhin jedes vierte Unternehmen bewertet seine Geschäftslage als schlecht.

Im Ausblick für die nächsten sechs Monate liegt die Photovoltaik ebenfalls vor der Solarthermie. 61 der befragten einhundert Unternehmen der Solarstrombranche erwarten eine weitere Verbesserung der Geschäftsbedingungen. Bei der Solarwärme rechnen lediglich 50 Prozent der Unternehmer mit einem Marktaufschwung.

Nach Interpretation von UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig sind die Ergebnisse der Branchenbefragung zu großen Teilen Resultat und Spiegel bestehender politischer Rahmenbedingungen. Während im Stromsektor mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) Investitionssicherheit und gute Wachstumsbedingungen geschaffen wurden, fehle im Wärmebereich nach wie vor ein vergleichbar wirksamer Marktöffner. "Um die Explosion der Heiz- und Klimafolgekosten zu stoppen und Versorgungssicherheit mit bezahlbarer Wärme zu garantieren, muß endlich ein solares Wärmegesetz her", so Körnigs Appell an die Politik.

Bei der Zusammenstellung der 200 Panelteilnehmer wurde nicht nur auf die Größe der Unternehmen, sondern auch auf eine ausgewogene regionale Verteilung geachtet. Für den Bereich Photovoltaik nehmen aktuell 20 Hersteller, 25 Großhändler und 55 Installateure teil. Bei der Solarthermie sind es 25 Hersteller, 15 Großhändler und 60 Installationsbetriebe an der Erhebung.

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