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Taut-Preis 2005, die höchst dotierte Auszeichnung für Architektennachwuchs, vergeben

(5.5.2005) Eine siebenköpfige Jury unter Vorsitz des Präsidenten der Bundesarchitektenkammer Prof. Arno Sighart Schmid wählte am 3. Mai die vier jahrgangsbesten Architektur-Diplomarbeiten an deutschen Hochschulen für den Architekturpreis Taut-Stipendium aus. Jede Arbeit wird mit einem Stipendium in Höhe von 2.050 Euro monatlich für maximal ein Jahr ausgezeichnet. Damit wurde zum fünfen Mal der höchst dotierte Preis für den begabten Architektennachwuchs vergeben. Die Siegerarbeiten sind ....

"Ort der Einkehr auf dem Plâteau des Larzac" von Kirstin Schätzel (Universität Karlsruhe)

"Die Diplomarbeit von Kirstin Schätzel ist eine in sich schlüssige Konzeptidee, bei der Programm und Umsetzung überzeugen. Das Modulieren der Gebäudemasse in den Landschaftsraum stellt sich nicht als Verdrängung und Überformung des Naturraumes dar, sondern intensiviert das Naturerlebnis. Hier wird der Wanderer einen einladenden Ort entdecken können, der Herberge und Entspannung bietet und ihn mit sanftem Schwung noch ein Stück auf seinem weiteren Weg begleitet." - so die Jury.

"Zentrale Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin" von Bernd Schnoklake (FH Münster)

Die Jury würdigte insbesondere, dass "der Beitrag davon ausgeht, dass im Zeitalter neuer Kommunikationsformen die Bibliothek als Gebäudetyp neu definiert werden muss. Er entwickelt für einen gewählten Standort eine wissenschaftliche Bibliothek, die Nutzer- statt nutzungsorientiert sein soll: eine Stadtlandschaft, die mit der Bebauung des brachliegenden Grundstücks das Quartier zu einem Universitätscampus verdichtet."

"The Eco-Center at the Nakdong River" von Dennis Hawner (HTW des Saarlandes, Saarbrücken)

Die Jury kommentierte: "Die Arbeit hat die Zielsetzung, die Vision einer positiven Koexistenz von Mensch und Natur darzustellen - realisiert durch die Errichtung eines Ökologischen Zentrums auf dem Nakdong-Fluss-Delta von Pusan. Aus der Kombination von Aufgabenstellung und Standortbedingungen gelingt es Dennis Hawner, eine überzeugende städtebauliche, architektonische und funktionelle Lösung zu finden."

"Playa Blanca, Bankers and the Pivotal Point" von Holger Hoffmann (Städelschule Frankfurt/Main)

Die Jury lobte Holger Hoffmann für "die Verflechtung von Tourismus, Architektur und Städtebau am Beispiel Playa Blancas auf Lanzarote. Konsequent nimmt er vorhandene bauliche Strukturen der Immobilienwirtschaft für den Massentourismus und die karge, vulkanisch geprägte Topographie als Ausgangspunkt für sein neues Organisationssystem. Heraus kommt eine erfrischend neue Sicht auf die Massentourismusarchitektur."

Das großzügig bemessene Preisgeld soll es den Verfassern der Siegerarbeiten einen Auslandsaufenthalt ermöglichen, den sie in einem international angesehenen Architekturbüro verbringen, oder für ein Postgraduiertenstudium nutzen können.

Die Jury sprach außerdem für zwei Arbeiten Anerkennungen aus:

  • "Atelier für einen Probanden" von Nils Havermann (Bauhaus-Universität Weimar) und
  • "Peshkepi - Dorfentwicklung in Albanien" von Christian Heinrich (HTW Dresden).

Insgesamt befand die Jury über 43 Arbeiten. In der Jury wirkten mit: Joachim Brenncke (Architekt, Vizepräsident der Bundesarchitektenkammer), Almut Grüntuch-Ernst (Architektin, Berlin), Christoph Ingenhoven (Architekt, Düsseldorf), Prof. Jörg Joppien (Architekt, TU Dresden), Dr. Volkhard Laitenberger (Vertreter der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien), Vera Moosmayer (Baurätin, Vertreterin des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen), Prof. Arno Sighart Schmid (Architekt, Präsident der Bundesarchitektenkammer).

zur Erinnerung: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie die Bundesarchitektenkammer loben den nach den Gebrüdern Bruno und Max Taut benannten Architekturpreis seit 2001 jährlich aus. Auch in seinem fünften Jahr ist der Preis Teil der "Initiative Architektur und Baukultur".

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Dr. Christina Weiss wird die Preisverleihung am 2. Juni 2005 im Bundeskanzleramt vornehmen.

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