Redaktion  || < älter 2004/1750 jünger > >>|  

VBI: "Clement verschleppt Reform der HOAI"

  • Honorarordnung veraltet, Honorare nicht auskömmlich – Beratende Ingenieure fordern unverzügliche HOAI-Novellierung und bieten Mitarbeit an

(23.12.2004) "Offenbar ist der Reformeifer der Bundesregierung zum Erliegen gekommen. Um die für den 1. Januar 2005 angekündigte Novellierung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure HOAI kümmert sich das Bundeswirtschaftministerium anscheinend nicht mehr." Dies sagte am Dienstag Dipl.-Ing. Klaus Rollenhagen, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Beratender Ingenieure VBI, in Berlin. Das Vorgehen des für die Novellierung der HOAI zuständigen Ministeriums erinnere an eine Politik des Aussitzens. Nachdem Minister Wolfgang Clement zu Beginn dieses Jahres noch damit gedroht hatte, die HOAI gänzlich als verbindliches Preisrecht abschaffen zu wollen und sich damit weder bei dem zustimmungspflichtigen Bundesbauministerium noch bei den Bundesländern durchsetzen konnte, strafe der Minister die Ingenieure und Architekten nun mit Missachtung.

"Es ist für uns völlig unverständlich, weshalb das BMWA seine Hausaufgaben nicht macht und endlich einen tragfähigen Referentenentwurf vorlegt, der sich dann der politischen Diskussion stellen kann. Das Verschieben auf den Sankt Nimmerleinstag ist keine Lösung", unterstrich Rollenhagen.

Derweil verschlechtert sich die Lage vieler Ingenieurbüros aufgrund der nicht mehr gegebenen Auskömmlichkeit der Honorare dramatisch. Insolvenzen sind an der Tagesordnung. Der Schaden der durch diesen Know-how-Verlust für den Technologiestandort Deutschland entsteht, ist nicht bezifferbar. Rollenhagen sieht in den Planungsbüros akut 1.500 Stellen in Gefahr. Betroffen von der Untätigkeit des Ministeriums sind rund 51.000 Ingenieurbüros mit fast 300.000 Beschäftigten, hinzu kommen 32.000 Architekturbüros mit 125.000 Mitarbeitern.

"Seit Jahren fordert der VBI, die HOAI an die heutige gesamtwirtschaftliche Situation anzupassen. Hierzu gehört ihre Straffung und eine bessere Handhabbarkeit ebenso wie eine Erhöhung der Honorare. Wir kennen keinen anderen Wirtschaftszweig, in dem die Einkünfte seit acht Jahren kontinuierlich gesunken sind."

Gleichzeitig bot Rollenhagen dem BMWA die Unterstützung im Reformprozess an: "Wir haben viele konstruktive Ideen, die den Reformprozess schnell zum Abschluss bringen können und stehen für Gespräche bereit. Qualität und Leistungswettbewerb müssen die Leitlinien bleiben. Ein ruinöser Preiskampf schadet dem Technologiestandort Deutschland."

siehe auch:

ausgewählte weitere Meldungen: