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Bundesamt für Naturschutz: Baugrundstückrecycling könnte Siedlungsränder entlasten

  • Naturschutz braucht unzerschnittene verkehrsarme Landschaften

(9.11.2004) 2003 nahmen Siedlungs- und Verkehrsflächen durchschnittlich um 93 Hektar pro Tag zu (siehe Meldung). Anlässlich der aktuellen Meldung des Statistischen Bundesamtes zur Flächeninanspruchnahme erinnerte Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident des Bundesamtes für Naturschutz: „Die Begrenzung der Flächeninanspruch­nahme, insbesondere für Siedlungs- und Verkehrszwecke, ist für die Bewahrung des Naturerbes sehr wichtig. Damit zwingend verbunden ist auch die Notwendigkeit zur Erhaltung unzerschnittener verkehrsarmer Räume.“

Neben der direkten Zerstörung und Zerschneidung von Lebensräumen sind die negativen Effekte von Bundes- und Landstraßen aus Naturschutzsicht die Verlärmung von Landschaften sowie die verkehrsbedingten Tötungen von Tieren. So sei beispielsweise der Fischotter auf große unzerschnittene Lebensräume angewiesen. Drei Viertel der zwischen 1985 und 1991 in Ostdeutschland tot aufgefundenen Otter kamen auf Straßen ums Leben. Außerdem gerate die Verlärmung außerhalb von Ortschaften zunehmend auch zu einem Risikofaktor für unser Naturer­leben und die Erholung der Menschen.

Vogtmann forderte auch die Städte und Gemeinden auf, „verstärkt brachliegende Gewerbeflächen und Baulücken im Gemeindegebiet zu nutzen, anstatt die Grenzen der Siedlungen immer weiter nach außen zu verschieben.“ Nicht mehr genutzte Baugrundstücke müsse man recyceln und - wenn nötig - leerstehende und ungenutzte Gebäuden hierzu abreißen, um die Lebensqualität in Städten und Gemeinden zu steigern und den Druck in den Randbereichen zu verringern.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fordert ganz grundsätzlich, kompakte verkehrssparende Siedlungsstrukturen umzusetzen und so auch außerhalb von Ortschaften nachhaltig Naturerleben und Erholung in unzerschnittenen verkehrsarmen Landschaften zu sichern.

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