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Conradi, Präsident der Bundesarchitektenkammer, verabschiedet

(17.9.2004) Peter Conradi wurde am 16.9. offiziell als Präsident der Bundesarchitektenkammer (BAK) verabschiedet. Conradi, der das Amt seit Februar 1999 innehat und zuvor 26 Jahre Mitglied des Deutschen Bundestags war, wird bei der 76. BAK-Bundeskammerversammlung am 18. September nicht mehr kandidieren.

Ein zentrales Anliegen seiner Präsidentschaft war es, in der Öffentlichkeit für Architektur zu werben: "Architektur ist nicht daran zu messen, wie einzigartig, wie originell sie ist, sondern daran, ob sie den Menschen, die darin leben, gut tut. Das erfordert Bescheidenheit und Respekt gegenüber den Menschen, ihrer Region, ihrer Geschichte, das heißt auch Verzicht auf den Anspruch, als Architekt den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben", so Conradi.

Conradi ist Mitbegründer der im Oktober 2000 vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen gestarteten Initiative Architektur und Baukultur. Prominente Beiträge der BAK sind unter anderem das Berliner Architektur-Quartett (bisher fünf Veranstaltungen), der Architekturpreis Taut-Stipendium (jährliche Verleihung in Zusammenarbeit mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, erstmals 2001) und der Bundesauftakt zum Tag der Architektur (jährlich in Zusammenarbeit mit einer Länderarchitektenkammer, erstmals 2002).

Conradi widersetzte sich erfolgreich der von Bundesminister Wolfgang Clement betriebenen Abschaffung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) und mobilisierte eine breite Front für eine einfachere und transparentere HOAI. Ähnlich trieb er die Erarbeitung einer neuen Wettbewerbsordnung voran, die am 8. Oktober auf dem Kolloquium "Baukultur und Bauherrenverantwortung" diskutiert werden soll. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Architektinnen und Architekten rief die BAK 2001 außerdem das Netzwerk Architekturexport (NAX) ins Leben.

Ein besonderes Augenmerk richtete Conradi schließlich auf Fragen der Nachhaltigkeit: "Ökologisches Bauen ist eine Investition in die Zukunft. Bei einer 40-jährigen Nutzungsdauer eines Gebäudes entfallen nur 20% der Kosten auf die Erstellung, aber 80% auf den Betrieb".

Conradis Verabschiedung schließt sich an das 6. Berliner Architektur-Quartett an, das um 18.30 Uhr im Palast der Republik beginnt. Dabei wird Dr. Hermann Scheer MdB, Präsident von EUROSOLAR und Träger des Alternativen Nobelpreises, sprechen.

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