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Passivhaus-Gebäudetechnik mit Kleinstwärmepumpen - Protokollband Nr. 26

  • Arbeitskreis kostengünstige Passivhäuser veröffentlicht aktuelle Ergebnisse

(4.8.2004) Heizung, Warmwasserversorgung und Lüftung in einem Gerät - das leisten Passivhaus Kompaktgeräte, die sich bereits in zahlreichen Objekten bewährt haben. Ihre Vorteile liegen insbesondere im geringen Platzbedarf für die gesamte Haustechnik sowie dem geringen Wartungs- und Installationsaufwand. Kleinstwärmepumpen nutzen dabei die Fortluft als Wärmequelle und stellen daraus Heizwärme und Brauchwarmwasser zur Verfügung. Darüber hinaus sind noch weitere effiziente Möglichkeiten von Wärmeversorgungssystemen mit Wärmepumpe möglich, die im soeben erschienen Protokollband Nr. 26 dokumentiert sind: Der geringe Heizwärmebedarf des Passivhauses und insbesondere die geringen Heizlasten ermöglichen einfache und kosteneffiziente Wärmeverteilsysteme einerseits und die Nutzung leicht erschließbarer Wärmequellen andererseits. Dadurch werden völlig neue Gerätekonzepte möglich, weitere innovative Produktentwicklungschancen bieten sich an.

Der Protokollband führt die neuesten Messergebnisse und Erfahrungen mit Passivhaus Kompaktgeräten auf. Dabei wurde sowohl auf Prüfstandsmessungen (ISE, Freiburg und HTA Luzern) als auch auf Messergebnisse aus Feldmessungen dokumentiert. In letzter Zeit werden zunehmend auch Kompaktgeräte im Geschosswohnungsbau eingesetzt. Hierfür sind speziell angepasste Geräte (Größe, Leistung etc.) notwendig, die hohe Effizienz auch ohne vorgeschaltetem Erdwärmetauscher erreichen und zum Teil mit Außenluftbeimischung auf der Verdampferseite arbeiten.

Darüber hinaus sind die Vorschläge zu einer Berechnungsmethode für kombinierte Wärmepumpensysteme sowie Beiträge zur Normungsarbeit auf diesem Gebiet im Rahmen des Annex 28 im IEA-Wärmepumpenprogramm enthalten.

Welche Potentiale beim Einsatz von Wärmepumpen im Passivhaus erschlossen werden können, wurde anhand unterschiedlicher Wärmequellen (z.B. Fortluft, Abluft, Erdsonden, Erdregister, Abwasser etc.) untersucht. Die Ergebnisse dokumentieren den jeweilige Primärenergiebedarf der einzelnen Varianten und deren Investitions- und Betriebskosten. Hersteller und Geräteentwickler erhalten Informationen über Effizienzpotentiale (z.B. durch den Einsatz hocheffizienter Pumpen und Motoren, Kompressoren mit Ölkühler etc.) für zukünftig mögliche Geräte-Generationen, die mit bereits heute verfügbaren technischen Komponenten möglich sind.

Der Protokollband zeigt die physikalischen Zusammenhänge auf und kann Planern eine Entscheidungshilfe für die Auswahl geeigneter Wärmepumpensysteme und Wärmequellen für ihre Bauvorhaben geben.

Der Arbeitskreis kostengünstige Passivhäuser wird vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, der E.ON Energie AG (München) und dem Wohnungsunternehmen LUWOGE (Ludwigshafen) finanziert. Das Passivhaus Institut (PHI) führt die Forschungs- und Entwicklungsprojekte durch, deren Ergebnisse in Protokollbänden
veröffentlicht werden.

Der 26. Protokollband des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser "Neue Passivhaus-Gebäudetechnik mit Wärmepumpen" kann ab sofort für 21,10 EUR beim Passivhaus Institut bezogen werden: mail@passiv.de.

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