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"Ohne Forschung hat der Baustoff Ziegel keine Zukunft"

(16.7.2004) "Trotz veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen kann die Ziegelindustrie auch in Zukunft bestimmte Probleme rund um den Baustoff Ziegel nur durch gemeinschaftliche Forschung lösen." Dieses Fazit zog Dipl.-Ing. Karl-Heinz Brakemeier, Vorsitzender der Forschungsstelle der Deutschen Ziegelindustrie e.V., vor der diesjährigen Mitgliederversammlung. Entsprechend appellierte er an die Unternehmer alles dafür zu tun, damit die für die Ziegelindustrie so nützliche wie notwendige Gemeinschaftsforschung erhalten bleiben kann. "Denn: ohne Forschung hat das Bauen mit Ziegeln keine Zukunft."

Brakemeier konnte hinsichtlich abgeschlossener Forschungsprojekte auf ein erfolgreiches Jahr 2003 verweisen. Insgesamt seien 19 Schlussberichte eingegangen. Allein 14 Vorhaben davon wurden durch Eigenmittel der Forschungsstelle ganz oder teilweise finanziert oder von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen AiF "Otto von Guericke" e.V., Köln, gefördert. Die Durchführung der Forschungsvorhaben lag mehrheitlich beim Institut für Ziegelforschung, Essen. Inhaltliche Schwerpunkte waren ...

  • Energieeinsparung und damit Senkung der CO₂-Emissionen,
  • Umweltschutz bei Herstellung und Anwendung von Ziegeln,
  • Verbesserung der Produkteigenschaften und
  • Anwendungserweiterung von Ziegeleierzeugnissen.

Wie der Vorstandsvorsitzende betonte, werden die Auswertungen der Forschungsberichte den Leitungsgremien der Forschungsstelle sowie der Ziegelindustrie zur Verfügung gestellt und ausgewählte Berichte in Fachmedien sowie auf öffentlichen Veranstaltungen publiziert. "Somit ist sicher gestellt", so Brakemeier, "dass die neuesten Forschungsergebnisse allen Ziegeleiunternehmen zugänglich sind. Sie können zu technischem Fortschritt und Kosteneinsparungen im Unternehmen genutzt werden."

Das Themen-Spektrum der aktuell eingereichten Forschungsanträge reicht von der Optimierung der Griffigkeit von Pflasterklinkern über die Verbesserung des dynamischen Widerstands von Ziegeleigebäuden in deutschen Erdbebengebieten über die akustische Entkoppelung von Hochlochziegel-Außenwänden zur Reduzierung der Schallbelastung bis zur Verminderung des Energiebedarfs bei der Ziegelproduktion durch Wärmerückgewinnung aus der Trocknerabluft.

Der Vorstandsvorsitzender nutzte die Gelegenheit, die Mitgliederversammlung auf das 50jährige Bestehen der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen AiF hinzuweisen, zu deren Gründungsmitgliedern auch die Ziegelindustrie zählt. Zielsetzung der AiF war von Beginn an, durch finanzielle Förderung den innovativen Mittelstand zu unterstützen, und zwar bei Forschungsprojekten im vorwettbewerblichen Bereich. Das bedeutet, so Brakemeier, "die Ergebnisse müssen immer einer Gruppe oder ganzen Branche von mittelständischen Unternehmern von Nutzen sein und nicht nur einzelnen Betrieben Wettbewerbsvorteile bringen". Die für die Forschung der Ziegelindustrie allein in den letzten 20 Jahren durch die AiF zur Verfügung gestellten Mittel bezifferte er auf mehr als 11 Mio Euro. Ohne die relativ kontinuierliche finanzielle Förderung hätten viele für den Fortbestand der Ziegelindustrie wichtigen Projekte gar nicht durchgeführt werden können. Dabei achte die Forschungsstelle stets darauf, dass alle Produktgruppen - Hintermauerziegel, Verblendziegel, Dachziegel, Pflasterklinker sowie alle Nebenprodukte - mit erfasst und möglichst gleichmäßig bei den Forschungsvorhaben berücksichtigt werden.

Neben der Bearbeitung von Forschungsprojekten engagiert sich die Forschungsstelle der Ziegelindustrie stets auch bei der praxisbezogenen Aus- und Weiterbildung - z.B. in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Höhr-Grenzhausen. So nahmen auch in diesem Jahr 24 Facharbeiter der Ziegelindustrie an dem Lehrgang "Ziegeleitechnik" zur qualifizierten Weiterbildung teil.

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