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Entscheidung: Balthasar-Neumann-Preis vergeben

(4.6.2004) Die Aufgaben des Bauwesens der Gegenwart fordern mehr denn je bewusstes Bemühen um das Zusammenwirken bautechnischer Wissenschaft mit räumlichem und funktionalem Gestalten von Architektur. Der fränkische Baumeister Balthasar Neumann verkörpert diesen Leitgedanken. Als "Ingenieurarchitekt" gab Neumann Antworten auf die typischen Bauaufgaben seiner Zeit; einzigartig führte er fantastische Raumkonzeptionen im Wechselspiel mit souveräner Beherrschung ingenieurtechnischen Wissens zu erlebbarer Architektur zusammen. - In diesem Jahr wird der Balthasar-Neumann-Preis am 25. Juni in der Würzburger Residenz verliehen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. In diesem Jahr erhalten Wilkinson Eyre Architects zusammen mit Gifford Engineers die Ehrung für die Gateshead Millennium Bridge in London. Der Balthasar-Neumann-Preis ist gestiftet vom BDB-Bund Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure e.V. und der deutschen bauzeitung (db).

Mit Anerkennung wurden ausgezeichnet:

  • Miller & Maranta mit Conzett Bronzini Gartmann für die Markthalle Färberplatz in Aarau,
  • Springer Architekten mit dem Ingenieurbüro Berdnik für das Kulturhaus Schloss Großenhain
  • Paul Bretz mit BLS Energieplan für das Blockheizkraftwerk mit Verwaltungsgebäude in Luxemburg

Balthasar Neumann kam 1711 als 24jähriger aus seiner böhmischen Heimatstadt Eger nach Würzburg. Er ist verantwortlich für einige der schönsten baulichen Schöpfungen und war maßgeblich an ihrer städtebaulichen Entwicklung beteiligt. - In Gedenken an ihn hat der Bund Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure e.V. (BDB) zusammen mit der deutschen bauzeitung (db), vor zehn Jahren den Balthasar-Neumann-Preis ins Leben gerufen. Alle zwei Jahre honoriert eine Jury beispielhafte Zusammenarbeit verschiedener am Bau beteiligter Disziplinen. Eine Jury prämiiert zuvor die eingereichten Arbeiten, die teilweise auch aus dem Ausland eingereicht werden.

1994 wurde der Balthasar-Neumann-Preis ein erstes Mal in einem feierlichen Rahmen verliehen. Ausgezeichnet werden Bauwerke mit eindrucksvoll gezeigtem baumeisterlichem Zusammenführen von Architektur und Ingenieurtechnik. Erstmals wurde er im Jahr 1994 verliehen. Der Ort der Verleihung ist immer der Fürstensaal der Residenz in Würzburg.

Im Nachfolgenden die Namen der bisherigen zehn Preisträger:

  • 1994:
    • Produktionshalle Wilkhahn - Herzog +Partner / Sailer + Stepan
    • Mehrzweckhalle Rottenburg - Ackermann + Ralf / Hans Ulrich Ströbel
    • Passagierterminal Hamburg - von Gerkan, Marg + Partner /
    • Joachim Kockjoy, Weber + Poll, Peter Andres, Ridder + Meyen
  • 1996: Bürogebäude in Würzburg - Webler + Geissler / Marcus Püttmer, Götz GmbH, Rudi Wolff
  • 1998: Werkhalle und Verkaufsgebäude - Eitensheim Homeier + Richter /Johann Grad
  • 2000: Lagerhalle Bobingen - Florian Nagler / Merz, Kaufmann + Partner
  • 2002: Kulturspeicher in Augsburg - Brückner & Brückner / abi Ingenieure.
  • 2004: Gateshead Millenium Bridge - Wilkinson Eyre / Gifford Engineers

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