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Nelskamp: Sanierungsbedarf wächst, Dachstein-Markt stagniert, erdige Farben gefragt

(23.5.2004) Deutlich mehr Absatz und Umsatz "oberhalb der Branchen-Entwicklung" melden die Dachziegelwerke Nelskamp GmbH (Schermbeck/NRW) anlässlich der Fachmesse Dach+Wand in München, die am Sonntag zu Ende ging. Der nach eigenen Angaben zweitgrößte Hersteller harter Eindeckungsmaterialien in Deutschland profitierte im vergangenen Jahr von der Diskussion um die Eigenheimzulage, der Sanierung Asbest belasteter Dächer sowie dem Trend zu großflächigen Ziegel-Modellen. Die positive Entwicklung setzte sich im ersten Quartal 2004 fort. Der Ziegel- und Dachstein-Hersteller beschäftigt an sechs Standorten in Deutschland 604 Mitarbeiter. Der Exportanteil stieg leicht an.

Das Familien-Unternehmen setzte im Jahr 2003 erstmals mehr als 100 Millionen Euro um. Dabei zahlte sich die Investition in ein neues Werk bei Magdeburg besonders aus: Hier produziert Nelskamp den weltweit größten Dachziegel ("Nibra DS 5") - pro Quadratmeter Dachfläche werden nur noch sechs Stück gebraucht. "Dadurch spart der Bauherr 15 bis 20 Prozent Material und Arbeitszeit", betonte Firmenchef Heiner Nelskamp. Seit Anfang 2004 ergänzt ein traditioneller Hohlziegel das Produktprogramm. Vor allem in der norddeutschen Denkmalpflege, aber auch im Ausland kommt dieses Modell gut an.

In der Farbpalette setzt das Unternehmen dem Trend zu "erdfarbenen" Nuancen, beispielsweise mit dem Farbton "muskat". Zur Zeit ist "mandelbraun" besonders gefragt. Allerdings bleiben rote Produkte mit mehr als der Hälfte aller verkauften Pfannen weit vorn.

Der seit Jahren anhaltende Rückgang des Marktanteils von Betondachsteinen stagnierte erstmals wieder und liegt bei circa 35 Prozent. Dieser Trend-Stopp liegt u.a. an neuen hochwertigen Dachsteinen mit besonders glatter Oberfläche ("Longlife"), die vom Regen sauber gehalten wird.

Konzentration in der Branche

Für seine Branche prognostizierte Heiner Nelskamp eine Konzentration auf weniger Unternehmen. "Nicht jedes kann ein umfangreiches Programm mit mehr als 50 Modellen und diversen Farben vorhalten. Da der Konzentrationsprozess auch auf Verarbeiter- und Händlerseite voranschreitet, sind größere Hersteller im Vorteil." Dachdecker und Zimmerer sollen sich demnach auf höherwertige Produkte konzentrieren. Nur so könnten sie sich dem Preisdruck und sinkenden Margen entziehen. "Das erfordert jedoch zugleich intensivere Marktbearbeitung mit gut geschulten Mitarbeitern".

2004 und 2005 sieht das Unternehmen optimistisch. "Fahren Sie durch Westdeutschland und Sie sehen überall Dachflächen aus der Nachkriegszeit, die dringend saniert werden müssen", meinte Heiner Nelskamp. Hinzu kommen knapp eine Milliarde Quadratmeter asbestbelastete Dachflächen, deren Erneuerung dringend geboten ist. "Oft schon angewittert, müsste hier sofort neu gedeckt werden." Insgesamt erwartet Nelskamp einen Bedarf am Steildach von etwa 85 Millionen Quadratmetern pro Jahr in Deutschland.

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