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Baugeld: EZB kommt immer mehr unter Druck

(27.3.2004) Die Spekulation auf eine Zinssenkung durch die EZB hat die Kurse für Anleihen in den letzten Tagen hochgehalten und damit die Baugeldzinsen auf niedrigem Niveau stabilisiert. Die vorausgesagte technische Korrektur am Rentenmarkt hat sich vor dem Hintergrund dieser erhöhten Erwartungen auf eine Leitzinssenkung in Euroland bisher nicht eingestellt. Der Druck auf die EZB erhöht sich von allen Seiten. So zeigen die neuesten Daten zum Konsumentenvertrauen einen deutlichen Rückgang, und auch der Geschäftsklima-Index ist wieder rückläufig. Damit drückt sich eine weiterhin hohe Verunsicherung der Unternehmen in Bezug auf ihre Investitionen aus. Der schwache Binnenkonsum bleibt das Hauptproblem in Euroland. Dies kann auch die Exportwirtschaft nicht wirklich ausgleichen. Sowohl die Effekte der Steuerreform als auch die bisherigen Initiativen in der Arbeitsmarktpolitik verpuffen.

Mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute senken vor diesem aufgezeigten Hintergrund ihre Wachstumsprognosen für 2004 und erwarten erst in 2005 eine nachhaltigere Erholung. Robert Haselsteiner, Gründer und Vorstand der Interhyp AG, geht davon aus, dass die EZB trotz der dunkleren Wolken mit einer Zinssenkung noch warten wird. Je länger sie das tut, desto besser wird das momentane tiefe Niveau bei den langfristigen Zinsen unterstützt. Die Interbanken-Zinsen für eine Laufzeit von 12 Monaten haben mit 1,95% inzwischen den Tiefstand von 2000 erreicht. Sie spiegeln die Erwartung der Marktteilnehmer wieder, dass die Geldmarktzinsen für weitere 12 Monate bei rund 2% bleiben werden. Da das Stimmungsbild in den USA bei weitem besser ist, kann es in den nächsten Wochen - aufgrund von Gewinnmitnahmen am amerikanischen Rentenmarkt - jederzeit zu Korrekturen bei den längerfristigen Zinsen kommen. Haselsteiner empfiehlt daher, die Konditionen noch vor der EZB-Sitzung am 1. April zu fixieren.

Während der auf Sicherheit und hohe Kalkulierbarkeit bedachte Immobilienkäufer diese niedrigen Zinsen über lange Laufzeiten sichern kann, besteht für den chancenorientierten Käufer weiterhin die Möglichkeit, über die Kombination mit variablen Zinsbindungen vom Trend der tiefen Geldmarktzinsen zu profitieren. Daneben bieten diese Kombi-Darlehen die Möglichkeit flexibler Sondertilgungen ohne Aufpreis zu den jeweiligen Zinsanpassungsterminen.

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