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Baugewerbe prognostiziert für 2004 Rückgang von 0,8% bei Bauinvestitionen und 2% beim Umsatz

(25.3.2004) "Auch 2003 war für die deutsche Bauwirtschaft kein gutes Jahr. Die Bauinvestitionen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 3,4% und wiesen ein Gesamtvolumen von knapp 210 Mrd. Euro aus." So kommentierte Arndt Frauenrath, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes das abgelaufene Baujahr 2003 anlässlich der Frühjahrspressekonferenz des deutschen Baugewerbes gestern in Berlin.

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Für 2004 prognostizierte der ZDB-Präsident einen Rückgang der Bauinvestitionen um 0,8%, die sich dann auf 208 Mrd. Euro belaufen werden. Bei der Umsatzentwicklung geht das deutsche Baugewerbe von einem Rückgang von 2% aus, nachdem die Bauwirtschaft im vergangenen Jahr bereits ein Minus von 3,3% verkraften musste, das in Westdeutschland mit 3,7% wesentlich stärker war als in Ostdeutschland, wo es nur bei 1,7% lag.

Der Wohnungsbau soll in diesem Jahr um 1% zulegen, so die Erwartungen Frauenraths, und damit die Bauinvestitionen insgesamt stützen. Im vergangenen Jahr wurden aufgrund von Vorzieheffekten wegen der Diskussion über die Eigenheimzulage 12,1% mehr Wohnungen in Ein- und Zwei-Familienhäusern genehmigt. "Wir erwarten nun, dass diese Genehmigungen zu wesentlichen Teilen in konkreten Bauaufträgen münden und somit die Neubautätigkeit beleben werden," erklärte Frauenrath. Bestandsmaßnahmen würden die Wohnungsbautätigkeit zumindest in den alten Ländern ebenfalls stabilisieren, haben doch Sanierung und Modernisierung von Wohnungen im Bestand mittlerweile einen Anteil von 63,4%.


Beim Wirtschaftsbau sind die Erwartungen eher verhalten, der negative Trend bei den gewerblichen Bauinvestitionen wird auch 2004 anhalten und zu einem Rückgang um 3% führen. Somit wird sich der erwartete Wirtschaftsaufschwung vorerst nicht in einem Kapazitätsaufbau niederschlagen.

Die öffentlichen Haushalte stehen nach wie vor unter hohem Konsolidierungsdruck. Die Einnahmesituation wird sich im laufenden Jahr kaum verbessern, so dass keine finanziellen Spielräume für Bauinvestitionen entstehen. "Hier müssen wir mit einem Rückgang um 6,5% rechnen." erklärte Frauenrath. Denn die Haushalte der Gemeinden, die weiterhin der entscheidende öffentliche Auftraggeber für Baumaßnahmen sind, sind weiterhin äußerst angespannt.

Auch auf Bundesebene ist die Situation trotz der Einigung mit Toll Collect wesentlich schlechter, als ursprünglich angenommen. Nach der mittelfristigen Finanzplanung sollen die Investitionen von jährlich geplanten 9,5 Mrd. Euro bis 2008 auf 7,7 Mrd. Euro zurückgefahren werden. Bereits in diesem Jahr sollen sie um 670 Mio. Euro sinken. "Hinzu kommt, und das ist für uns der eigentliche Skandal, dass die Einnahmen aus der Lkw-Maut darin schon enthalten sind; Stolpe hatte ursprünglich noch verkündet, diese Mittel stünden für Infrastrukturinvestitionen zusätzlich zur Verfügung," so Frauenrath.


In den rund 76.600 Betrieben waren im 2003er Jahresdurchschnitt 814.000 Personen beschäftigt, 605.000 in westdeutschen und 209.000 in ostdeutschen Betrieben. Damit ist auch in 2003 die Zahl der Beschäftigten je Betrieb gesunken. Sie liegt jetzt bei 10,6 gegenüber 11,4 in 2002.

"Auch 2004 muss mit einer weiteren Reduzierung der Beschäftigtenzahl gerechnet werden. Der zu erwartende Produktionsrückgang einerseits und der Produktivitätszuwachs andererseits werden voraussichtlich zu einer Abnahme von etwa 35.000 Beschäftigten führen," erklärte Frauenrath abschließend.

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