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Abschlussbericht zur Build IT Berlin 2004

(25.2.2004) Gewohnt optimistisch zeigt sich die Messe Berlin, die Veranstalterin der Build IT (17.-21. Februar), in ihrem Abschlussbericht zur Fachmesse für IT und Kommunikation im Bauwesen: So stellt sie beispielsweise fest, dass die Stimmung in der Bausoftwarebranche "wieder besser" und die mittelfristige wirtschaftliche Entwicklung der eigenen Branche als "günstig" eingestuft wird. Dabei beruft sich die Veranstalterin auf die hauseigene Aussteller- und Besucherbefragung nach FKM-Richtlinien*). Während nun die Pessimisten diese Aussage höchstens als "Kerzenlicht in dunkler Nacht" verstehen (wollen), haben vermutlich einige (Politiker und andere Schön-Wetter-Redner) schon wieder die "Mittagssonne, die den letzten Hochnebel wegbrennt," im Blick. Die Wahrheit wird irgendwo dazwischen liegen. Mehrfach bestätigt ist allemal, dass bereits während der Messe insgesamt mehr Geschäftsabschlüsse als in den Vorjahren getätigt werden seien. Und die Erwartungen, dass die während der Messe aufgenommenen Kontakte zu weiteren Verhandlungen beziehungsweise Geschäftsabschlüssen führen werden, sollen ebenfalls größer als noch 2003 sein. Dieser positive Trend wird durch die Aussagen der Fachbesucher laut Besucherbefragungs-Ergebnis bestätigt.

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Grün, Blau, Orange: die Farbenlehre der Build IT

Nach nunmehr vier Jahren hat sich die Berliner Fachmesse für IT und Kommunikation als Frühjahrstermin der Bausoftwarebranche etabliert - zumindest alle 2 Jahre im Verbund mit der bautec. Diese Einschätzung wird vor allem von DEN Vertretern der "Sechserbande" getragen, die sich einerseits stark im Build IT-Ausstellerbeirat engagieren und sich andererseits Ende 2002 massiv gegen die CeBIT und für ein Um- sowie Überdenken der Messeaktivitäten im Bereich Architektur- und Bausoftware ausgesprochen haben (siehe Meldung vom 25.11.2002). So erklärt Martin Schuff, Geschäftsführer der softTECH GmbH (orange), dass "die Build IT Berlin sich auf jeden Fall zu einem wichtigen Branchentreff entwickelt hat", und bestätigt die allgemeine Einschätzung der Messeleitung: "Wir hatten in diesem Jahr mehr Kundenkontakte als erwartet. Die Ausstellungskombination mit der bautec und der erstmals durchgeführten Immobilia ist vielversprechend." Hans-Jürgen Kämmer, Leiter Marketing/Kommunikation der RIB Software AG (grün), betont: "Wir konnten schon während der Messe mehrere Aufträge abschliessen. Darüber hinaus erwarten wir ein deutlich besseres Nachmessegeschäft als im vergangenen Jahr." Daniela Erl, Marketingleiterin der Graphisoft Deutschland GmbH (blau) unterstreicht die positiven Aussagen ihrer Kollegen und ergänzt: "Die neue Halle sowie ihre ungewöhnliche, diagonale Aufteilung haben der Messe bereits beim Betreten optisch und stimmungsmäßig viel Dynamik verliehen, die sich in den Kundengesprächen fortgesetzt hat." Für die Mensch und Maschine Software AG meint Bereichsleiter Wolfgang Pingel: "Wir hatten auf der diesjährigen Build IT Berlin recht gute, teilweise sehr hoch qualifizierte Gespräche. Mit dem Besucherstrom sind wir insgesamt zufrieden." (Autodesk selber sowie Bentley waren auf der Build IT nicht vertreten.)

Wie schon vor zwei Jahren fand die Build IT Berlin 2004 im Verbund mit der internationalen Fachmesse für Bauen, Gebäudetechnik und Architektur, der bautec, statt - und hat davon profitiert!. In den benachbarten Ausstellungshallen luden darüber hinaus die Fachmesse Solar Energy und erstmalig die Immobilia Berlin ein. Bei den vier Veranstaltungen wurden insgesamt rund 70.000 Besucher gezählt (siehe auch Meldung: Protagonisten mit bautec und Co. zufrieden).

Das nach den Bedürfnissen der Branche ausgerichtete fachliche Rahmenprogramm der Build IT Berlin fand erneut großen Zuspruch bei Ausstellern und Fachbesuchern. So kamen allein zum dritten Kongress "AVA-Online" der Firma ventasoft GmbH mehr als 700 Teilnehmer. Im Mittelpunkt des Kongresses stand der konkrete Einsatz von Online-Ausschreibung, zum Beispiel bei der elektronischen Vergabe von Bauleistungen in Bayern und Berlin. Fachleute prognostizieren ein bundesweites Einsparpotential von 250 Millionen Euro. Nach den Worten von Wendelin Christ, Geschäftsführer der ventasoft GmbH, habe sich die Build IT Berlin habe sich erneut als die richtige Plattform für den Kongress erwiesen. "Wir konnten Entscheidungsträger der öffentlichen Hand und der Industrie aus allen Bundesländern begrüßen." Auch Kongressteilnehmer aus Frankreich und der Schweiz hätten sich über das Thema elektronische Vergabe von Bauleistungen informiert.


Der flehentliche Blick ins Leere oder die Vision für blühende Landschaften fest im Visier? Dr. Manfred Stolpe als Verkehrs- und Bauminister auf seinem Build IT-Rundgang (übrigens: nach der Toll Collect-Kündigung)

Zu den thematisch breit gefächerten Veranstaltungen des Rahmenprogramms gehörte weiterhin ein Symposion für Inhaber und Führungskräfte von Architektur- und Ingenieurbüros, das von der untermStrich Software GmbH organisiert wurde. Dabei ging es vor allem um den Einsatz geeigneter Controlling-Methoden und -Werkzeuge als systematische Grundlage für das Planen, Steuern und Bewerten wirtschaftlichen Erfolgs. Die Baukammer Berlin führte in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Kartographie e.V. zum ersten Mal ein Internationales Praxisforum "Virtuelle 3D-Modelle im Bauwesen" durch. Die Handwerkskammer Hamburg präsentierte gemeinsam mit der Airbus GmbH und dem DIN Deutsches Institut für Normung e.V. das Forschungsprojekt "AIR-CRAFT", bei dem es um die elektronische Bestellung von Handwerksleistungen geht. Ganz im Zeichen des Themas IT-Sicherheit standen Fachvorträge der Technologiestiftung Innovationsagentur Berlin GmbH. Praxisnahe Forschungsergebnisse zum Themenbereich "Kooperationsmodelle im Bauwesen" wurden in einem Workshop des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vorgestellt.

Mit zahlreichen Angeboten rund um das "heiße" Thema IT-Sicherheit war die Technologiestiftung Innovationsagentur Berlin GmbH (TSB) vertreten. Unter dem Motto "Faszination IT-Technik" gab es auf der Build IT Berlin eine weitere Premiere. Die Info-Schau beleuchtet und analysiert an ausgewählten Beispielen die emotionalen Aspekte der Anwendung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien.

  • Preisverleihung im Wettbewerb "Auf IT gebaut – Bauberufe mit Zukunft"

Mit der Preisverleihung fand der dritte Bundeswettbewerb "Auf IT gebaut - Bauberufe mit Zukunft" am Eröffnungstag der Build IT Berlin 2004 seinen krönenden Abschluss. Der unter Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit stehende Wettbewerb bildete bereits zum dritten Mal die Plattform für Auszubildende, Studenten, junge Beschäftigte und Unternehmen, unter Nutzung der Informationstechnologie neue Verfahren und Lösungen für das Bauen heute und in der Zukunft zu entwickeln. Besondere Bewertung der eingereichten Modelle, Szenarien, von Software und Planung fanden bei der Jury vorgeschlagene Neuerungen in Arbeitsablauf und -Organisation sowie umwelt- und ressourcenschonendes Bauen.

Wann und in welcher Form die nächste Build IT stattfindet, steht zur Zeit (Stand Februar 2004) noch nicht fest. Möglicherweise wird es alle zwei Jahre - nämlich dann, wenn die im bautec nicht stattfindet - "nur" einen Kongreß geben. (Bitte beachten Sie für aktuelle Daten den Veranstaltungskalender!)


das hat die Build IT mehr als alle anderen Messen drauf: Politiker-Rundgänge; dieses Mal (von links): Peter Strieder, Senator für Stadtentwicklung, Berlin; (Martin Schuff,  Geschäftsführer der softTECH GmbH;) Marek Bryx Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur, Polen; Achim Großmann, Parl. Staatsekretär, BMVBW. Manchmal möchte man sich allerdings wünschen, dass sich die Herren den softTECH-Slogan "Building Information Network" mehr zu Herzen nehmen!

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*) Stichwort "FKM": Die Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM) ermittelt u.a. über standardisierte Fragen Daten und vergleichbare Werte von Messen und Ausstellungen. Wenn dann beispielsweise bei der Frage nach der "wirtschaftliche Entwicklung der eigenen Branche" die Antworten "sehr günstig", "günstig", "eher ungünstig" und "sehr ungünstig" zur Auswahl stehen, so sollte man sich nicht wundern, wenn eine zarte Aufwärtsentwicklung aus einem tiefen Loch bereits als "günstig" eingestuft wird. Diese absoluten Einstufung der wirtschaftliche Entwicklung in der Bausoftware-Branche konnte doch bestenfalls Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre gelten?!

siehe auch:

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