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Baugeldzinsen starten mit positiver Tendenz

(12.1.2004) Ausgehend von einer gebesserten Stimmung am US-Rentenmarkt sind die Zinsen für Baugeld im Verlauf der ersten Woche des Jahres leicht gefallen. Nachdem die Aussagen von Offiziellen der US-Notenbank in den letzten Wochen auf ein Beibehalten des Leitzinssatzes von 1% hindeuten, ist die Tendenz am US-Rentenmarkt derzeit positiv. In Euroland ist die Stimmung von der anhaltenden schnellen Aufwertung des Euro geprägt, die einerseits die Importe verbilligt und damit die Inflationsgefahr senkt, andererseits aber die Exportwirtschaft immer mehr belastet und damit das Wachstum bremst. Während vor einigen Monaten viele Marktteilnehmer die Gefahr einer raschen Zinsanhebung der EZB gesehen haben, so werden jetzt die Rufe nach einer Zinssenkung wieder lauter.

Zwei Themen werden laut Robert Haselsteiner, Gründer und Vorstand der INTERHYP AG, starke Schwankungen an den Zinsmärkten in 2004 auslösen: Da in den USA ein Wahljahr ist, wird die US-Regierung alles tun, um das Wachstum in Amerika zu forcieren. Das heißt, das Budgetdefizit wird wachsen, die Politik eines schwachen Dollars wird fortgesetzt, und die Notenbank wird die Leitzinsen tief lassen. Durch diese Wachstumsphantasie wird ausgehend von den USA immer wieder Druck auf die langfristigen Kapitalmarktzinsen entstehen. In Europa wird sich das Bild einer chronischen Wachstumsschwäche fortsetzen. Der Konsum leidet unter der unsicheren Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und ständig steigenden Mehrbelastungen der privaten Haushalte durch den kritischen Zustand der Renten- und Gesundheitssysteme. Der Spielraum für wirkliche Steuerreformen ist nicht gegeben. Die Unternehmen - und hier vor allem der Mittelstand - halten sich in diesem Umfeld mit Investitionen zurück. Dazu kommt jetzt noch die Belastung der Exportwirtschaft über den schwachen Dollar. Für uns bleiben die Wachstumsaussichten in Europa schwach, und es wird in 2004 keine Anhebung der Leitzinsen in Euroland geben. Damit bleibt auch das Anstiegspotential bei den langen Laufzeiten beschränkt.

Nachdem die Baugeldzinsen seit ihrem zwischenzeitlichen Hoch im November inzwischen wieder rund 30 Renditestellen gesunken sind, bietet sich derzeit für Kunden, die in den nächsten Tagen entscheiden müssen, eine gute Gelegenheit, die Konditionen festzuzurren. Besonders Kombi-Darlehen versprechen eine gute Möglichkeit, eine lange Zinsbindung mit den Vorteilen flexibler Sondertilgungen ohne Aufpreis zu vereinen. Dabei werden bis zu 25% der Darlehenssumme an den EURIBOR-Satz gebunden, was nochmals zu einer deutlichen Reduzierung der laufenden Belastung führt. Immobilienkäufer, die auch für die nächsten Jahre auf schwaches Wachstum und damit niedrige Geldmarktzinsen setzen, können mit dem FlexPlus-Darlehen, das an den 6-Monats-EURIBOR-Satz gekoppelt ist, ihre monatliche Belastung sehr niedrig halten.

Die Bestsätze (effektiv) für Annuitätendarlehen liegen derzeit ...

  • für 5 Jahre bei 3,89%,
  • für 10 Jahre bei 4,58%,
  • für 15 Jahre bei 4,97% und
  • für 20 Jahre bei 5,35%.

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