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Baunachfrage und Zukunftserwartungen nehmen ab!

(10.12.2003) Die Baubetriebe beurteilen im November 2003 ihre Geschäftslage anhaltend ungünstig. Die wenigen Einschätzungen, die die aktuelle Lage als befriedigend (saisonüblich) charakterisieren, betreffen vorwiegend den Wohnungsbau. Aber auch für den Straßenbau und sonstigen Tiefbau können vereinzelt westdeutsche Unternehmen diese etwas günstigere Bewertung vornehmen. In den neuen Ländern nahmen die Meldungen über eine unbefriedigende Geschäftslage für den Tiefbau dagegen zu. Das ergibt die monatliche Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes unter seinen Mitgliedsbetrieben für den Monat November 2003.

Die Ordertätigkeit tendierte schwächer. Davon waren vorrangig der Wohnungsbau und der gewerbliche Bau im Westen sowie der Straßenbau und der sonstige Tiefbau im Osten betroffen.

Die Bautätigkeit fiel kaum schwächer als im Vormonat aus. Allerdings führten ungünstigere Witterungsverhältnisse wieder zu spürbaren Produktionsstockungen. Ansonsten sind die finanziellen Anspannungen in den Bauunternehmen aufgrund schleppender Zahlungen seitens der Auftraggeber und restriktiven Verhaltens der Banken unverändert hoch und beeinträchtigen eine kontinuierliche Produktionsdurchführung. Aufgrund einer schwächeren Auftragssituation sahen sich verschiedene Unternehmen veranlasst, ihre Belegschaft in begrenztem Maße zu reduzieren.

Die Auftragsbestände nahmen in vielen Bauunternehmen ab, so dass sich die ohnehin schon vorrangige Beurteilung hinsichtlich eines zu kleinen Auftragsbestandes noch verstärkte. Lediglich für die im Hochbau tätigen ostdeutschen Betriebe ergibt sich ein leichter Anstieg der durchschnittlichen Reichweite auf nunmehr 1,6 Monate. Auf dieses Niveau schrumpften die Auftragsreserven in den westdeutschen Hochbaubetrieben. Die Reichweiten für Tiefbauleistungen sanken in den westdeutschen Baubetrieben auf 1,5 Monate (sonstiger Tiefbau) bzw. 1,4 Monate (Straßenbau). Die ostdeutschen Betriebe wiesen Auftragsreserven im Straßenbau von einem Monat und im sonstigen Tiefbau von 1,1 Monaten auf.

Bei den Baupreisen sind keine Anhebungen festzustellen. Allerdings sind auch die Meldungen über weiter nachgebende Preise nur in geringerer Anzahl eingegangen. Diese betreffen vorwiegend die Entwicklung bei den Aufträgen für die öffentliche Hand.

Die Investitionsneigung der Baubetriebe bleibt schwach ausgeprägt. Getätigte Investitionen dienen dem Ersatz verschlissener Ausrüstungen.

Die Geräteauslastung ging in den ostdeutschen Betrieben stärker als in denen des Westens zurück. Für den Hochbau melden die westdeutschen Betriebe mit 55% einen annähernd gleichen durchschnittlichen Auslastungsgrad wie für den Tiefbau mit 54%. In den Betrieben Ostdeutschlands fiel die Auslastung im Hochbau auf 51% und im Tiefbau auf 50%.

Für die Entwicklung in den nächsten drei Monaten haben sich die Erwartungen verschlechtert. Hinsichtlich der Preis- und Geschäftsentwicklung überwiegt im Westen noch die Anzahl derer, die keine Veränderungen gegenüber der aktuellen Situation erwarten. Bei den Aufträgen hält sich die Zahl der westdeutschen Unternehmen, die eine Beibehaltung des gegenwärtigen Niveaus erwarten, mit der Zahl, die von einem Rückgang der Nachfrage ausgehen, in etwa die Waage. In den neuen Ländern überwiegen nunmehr die negativen Erwartungen hinsichtlich der weiteren Geschäfts-, Auftrags- und Preisentwicklung.

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