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Studentenstatistik Bauingenieurwesen 2002/2003: Stabilisierung der Studienanfängerzahlen kein Grund zur Entwarnung

(31.10.2003) "Der dramatische Sinkflug der Studienanfängerzahlen scheint erstmals seit sieben Jahren gebrochen, dennoch steuert die Deutsche Bauindustrie auf einen erheblichen Mangel an gut ausgebildeten Jungingenieuren zu." Mit diesen Worten warnte Dipl.-Ing. Dieter Rappert, Vorsitzender des Präsidialausschusses Bauingenieurausbildung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, jüngst in Berlin vor einer allzu optimistischen Einschätzung der jetzt vorgelegten Studentenstatistik 2002/2003 seines Verbandes. Zwar sei die Zahl der Studienanfänger mit 6.100 gegenüber dem Vorjahr etwa gleich geblieben, die Zahl der Absolventen werde jedoch bereits 2004 die magische Schwelle von 4.500 unterschreiten und damit unter dem von der Bauindustrie prognostizierten Mindesteinstellungsbedarf liegen. "Es gibt daher keinen Grund, Entwarnung zu geben", erklärte Rappert weiter und rief Bauunternehmen wie Hochschulen dazu auf, gemeinsam für den Beruf des Bauingenieurs zu werben.

Die jetzt flächendeckend eingeführten neuen Abschlüsse Master und Bachelor, die erstmals auch in der Statistik ausgewiesen werden, bewertete Rappert als Chance, das Bauingenieurstudium auch für Schulabsolventen interessant zu machen, die sich sonst gegen eine technische Laufbahn entschieden hätten. "Die Vielzahl der angebotenen Abschlüsse können eine interessante Ergänzung zum Diplom-Studiengang sein. Es muss uns allerdings gelingen, Mindeststandards zu setzen", meinte Rappert.

Laut Studentenstatistik ist die Zahl der Erstsemester an allen Hochschulen im Kalenderjahr 2002 mit 6.100 gegenüber dem Vorjahr ungefähr gleich geblieben. Gegenüber dem Spitzenjahr 1995 jedoch hat sich die Zahl der Erstsemester ungefähr halbiert. Universitäten konnten dabei mit 2.300 Studienanfängern ein Plus von 3,7 Prozent verbuchen, während an Fachhochschulen mit 3.800 Studienanfängern 3 Prozent weniger Erstsemester zu verzeichnen waren. Gleichzeitig hatten im Jahr 2002 5.800 Absolventen einen Abschluss im Fach Bauingenieurwesen erreicht. Das sind 7,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl aller Studierenden lag bei 37.300 und damit um 8 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Der Konstruktive Ingenieurbau war auch 2002 wieder der Studienschwerpunkt im Bauingenieurwesen gefolgt vom Baubetrieb, dem Verkehrswesen und dem Wasserbau. Umwelttechnik hingegen sowie Sanierung haben kaum eine Rolle gespielt. Der positive Trend bei den weiblichen Studierenden im Bauingenieurwesen hielt auch 2002 an. Ihr Anteil ist von 20 auf 22 Prozent gestiegen, liegt allerdings noch deutlich unter dem Durchschnitt aller Studiengänge von 45 Prozent.

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