Redaktion  || < älter 2003/1180 jünger > >>|  

Deutschlands erste Auslands-Jobbörse für die Baubranche anlässlich der Leipziger Bau-Fachmesse

(24.10.2003) Im Rahmen der Leipziger Bau-Fachmesse findet am 8. November 2003 Deutschlands erste Auslands-Jobbörse für den Bausektor statt. Die Stellenbörse richtet sich an arbeitslose Bauleute aus dem gesamten Bundesgebiet. Auf Einladung der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung Bonn (ZAV) und des Arbeitsamtes Leipzig präsentieren sich Unternehmen aus Österreich, Norwegen und der Schweiz mit Infoständen. Die Firmen suchen insbesondere Maurer, Zimmerer, Betonbauer, Einschaler, Eisenbieger/-flechter, Gas-, Wasser-, Sanitär- und Heizungsmonteure, Elektroinstallateure, Dachdecker, Dachspengler/-klempner, Turmdrehkranführer, Fliesenleger, Schlosser, Schweißer, CNC-Dreher und CNC-Fräser, informiert Hans-Joachim Haesler, EURES-Berater vom Arbeitsamt Leipzig. Die Jobbörse wird von Vorträgen zu den Arbeits- und Lebensbedingungen in Österreich, Norwegen und der Schweiz begleitet. Auch an den anderen Messetagen können sich Interessierte am Stand des Arbeitsamtes (Halle 4, Stand A04) informieren.

Die Unternehmen erwarten von den Bewerbern meist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine entsprechende Berufserfahrung. Aber auch Ungelernte haben als Bauhelfer durchaus Chancen auf einen Job. In einigen Ländern werden zusätzlich Grundkenntnisse der entsprechenden Landessprache vorausgesetzt. Bei Bedarf können die Wissenslücken in Vorbereitungskursen des Arbeitsamtes geschlossen werden.

"Mit der Jobbörse reagieren wir auf den akuten Stellenmangel in den neuen Bundesländern", erklärt Hans-Joachim Haesler, EURES-Berater beim Arbeitsamt Leipzig. Bundesweit registrierten die Arbeitsämter im August 2003 insgesamt 238.514 Arbeitslose im Baugewerbe. Davon sind allein 132.992 in Ostdeutschland ohne Arbeit.

Während die Arbeitsmarktsituation im Baugewerbe in den neuen Bundesländern sehr angespannt ist, werden in vielen Ländern der Europäischen Union Baufachleute und Bauhelfer gesucht. Die größte Nachfrage kommt aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien, Irland und Skandinavien sowie im gewerblich-technischen Bereich zusätzlich aus Spanien, legt Miguel Peromingo, EURES-Koordinator von der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung, dar. "Auch wenn sich witterungsbedingt die Bausaison dem Ende entgegen neigt, gibt es im Stellen-Informations-Service SIS noch reichlich aktuelle Angebote. Richtig losgehen wird es dann im kommenden Frühjahr", so Peromingo weiter.

Neben Fachleuten aus der Baubranche haben Arbeit Suchende aus dem Gesundheitssektor, dem kaufmännischen Bereich und der Hotel-, Gastronomie- und Tourismusbranche gute Aussichten auf eine Stelle.

Für die Vermittlung von Arbeitskräften ins europäische Ausland haben sich 1994 die Arbeitsverwaltungen der Europäischen Union (EU) und des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) zum European Employment Services (EURES) zusammengeschlossen. Dieses Netzwerk bietet sowohl Stellenangebote der Mitgliedsländer, als auch Informationen zu den Arbeitsbedingungen. In Deutschland arbeiten mittlerweile 60 EURES-Berater, europaweit gibt es über 500.

Die Nachfrage nach Beratung und Information durch EURES steigt ständig. "Jährlich treffen in Deutschland mehr als 150.000 Anfragen nach einer Beschäftigung im europäischen Ausland bei der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung und bei den Arbeitsämtern ein", informiert Miguel Peromingo. "Im Arbeitsamt Leipzig registrierten wir im Jahr 2000 3.286 Kontakte von Rat und Arbeit Suchenden. Im darauf folgenden Jahr waren es bereits 4.224. Von Januar bis September verzeichnete ich schon 3.767 Kontakte", erklärt Hans-Joachim Haesler.

Trotz einheitlicher EU-Rahmenbestimmungen gibt es zwischen den Mitgliedsstaaten einige Unterschiede in arbeits- und versicherungsrechtlichen Fragen. Obwohl in den meisten Ländern Tarifverträge bestehen und Mindestlöhne geregelt sind, wird der Lohn nicht selten direkt zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber vereinbart. "Beim Vergleich der Löhne sollte man daher auf die teilweise unterschiedlichen Leistungen der Arbeitgeber achten. Manche stellen ihren Mitarbeitern zum Beispiel die Unterkunft kostenlos zur Verfügung", erläutert Hans-Joachim Haesler.

In Sachen Kündigungsschutz gelten die rechtlichen Regelungen des Einsatzlandes. Diese können sich durchaus von den deutschen Vorschriften unterscheiden. "Eine Kündigung von heute auf morgen ist nicht ausgeschlossen, wenn ein Auftrag abgearbeitet wurde und kein Anschlussauftrag vorliegt. Deshalb sollte man den Arbeitsvertrag genau lesen, der die Kündigungsfristen regelt", rät Hans-Joachim Haesler.

Für die Sozialsysteme gilt das so genannte Territorialprinzip. Erwerbstätige haben in dem Land, in dem sie arbeiten und sozialversichert sind, auch Anspruch auf alle vorgesehenen Familienleistungen wie etwa Kindergeld. Wer in einem anderen EU- oder EWR-Mitgliedsland lebt und arbeitet, ist dort krankenversichert und erhält alle Krankenversicherungsleistungen des Gastlandes. Im Vergleich zum deutschen Leistungskatalog kann es allerdings Unterschiede geben. Für die Rentenberechnung werden die deutschen und ausländischen Versicherungszeiten zusammen gerechnet.

An der Auslands-Jobbörse interessierte Arbeitslose können nach Rücksprache mit ihrem Arbeitsvermittler ihre Reisekosten zur Jobbörse beim Arbeitsamt abrechnen.

Jobbörse:

  • Termin: 8. November 2003, 9 bis 18 Uhr
    Ort: Leipziger Messe, Congress Center Leipzig (CCL)
  • Ansprechpartner/ Organisation:
    Arbeitsamt Leipzig
    Hans-Joachim Haesler, EURES-Berater
    Georg-Schumann-Str. 150
    04159 Leipzig
    Tel.: 0341/ 91312251
    Fax: 0341/ 91312259
    E-Mail: leipzig.europaservice@arbeitsamt.de

siehe auch:

ausgewählte weitere Meldungen: