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Gartensiedlung Westende: Ziegelwände und WDVS kombiniert

(19.10.2003) Spielende Kinder, Mütter beim Kaffeeklatsch, Väter am Grill – die Gartensiedlung Westende in Herdecke ist zweifelsohne familienfreundlich und "trendy". Denn neue Siedlungsgebiete werden zunehmend auf die Bedürfnisse ihrer Bewohner zugeschnitten. Mit ihren weißen Putzfassaden, den farbigen Holzverschalungen und begrünten Pultdächern wirkt die westfälische Siedlung wie ein Feriendorf. In Verbindung mit den preisgünstigen Wohnungen ein ideales Umfeld für junge Familien.


Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft in Herdecke (Westfalen) errichtete 45 Wohneinheiten auf rund 11.000 m². Mit Größen von 45 bis 116 Quadratmetern sind die Reihenhäuser und Mietwohnungen auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Haushaltsgrößen zugeschnitten – vom Single bis zur Familie. Es gibt vier verschiedene Reihenhaustypen - mit oder ohne kleines Untergeschoss bzw. mit aufgesetzten Dachzimmern auf dem Obergeschoss. Alle 45 Wohnungen haben einen eigenen Garten - siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps.

Ziegelmauerwerk mit WDVS

Zentrale Elemente der Ausschreibung waren die kindgerechte Gestaltung der Siedlung, eine optimale Nutzung des Wohnraumes sowie  Schall-, Brand- und Hitzeschutz auf hohem Niveau. Der Bauherr entschied sich vor diesem Hintergrund für eine wärmedämmende Gebäudehülle mit Ziegelmauerwerk und Wärmedämm-Verbundsystem aus Polystyrol: Die Außenwand-Konstruktion besteht aus 17,5 cm unipor-Planziegeln zuzüglich 14 Zentimeter Außendämmung mit Polystyrol-Dämmstoffen - Wärmedurchgangskoeffizient 0,24 W/m²K.

Mit einem durchschnittlichen Jahres-Heizwärmebedarf von 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter erreichen die Gebäude somit Niedrigenergiehaus-Standard. Die notwendige Restenergie erzeugt eine erdgasbetriebene Nahwärmezentrale mit Brennwerttechnik.

Besonders innen wurden die Häuser ganz auf die Ansprüche von Familien getrimmt: Familien wachsen oder werden kleiner; aus Kindern werden Teenager; Kinder verlassen das Elternhaus oder Senioren ziehen zu ihren Kindern. Somit ändern sich im Laufe der Jahre auch die Ansprüche an die Raumaufteilung der Wohnungen. Die Architekten verzichteten deshalb weitgehend auf tragende Innenwände. Die holzverkleidete nichttragende Trennwände können wiederum ohne großen Aufwand zur Veränderung der Raumgrößen montiert bzw. demontiert werden.

Siedlungsmitte als Spielplatz

Die Siedlung ist autofrei. Sammel-Parkplätze befinden sich am Siedlungsrand. Bewohner und Besucher gelangen über Fußwege zu ihren Wohnungen. Zusammen mit Treppen, Sitzstufen, Vorgärten und großzügigen Veranden laden sie zum Aufenthalt im Freien ein - inklusive eines obligatorischen "kleinen Schwätzchens".


Städtebauliches Highlight ist die Gestaltung der Siedlungsmitte. Zentraler Bestandteil der Siedlung ist ein künstlich angelegter Wasserlauf, dem das Oberflächenwasser der Siedlung zugeleitet wird. Über drei trapezförmige angelegte Terrassen folgt der Wasserlauf dem abfallenden Gelände und mündet schließlich in ein mit Sandsteinen eingefasstes Sammelbecken. Angrenzende Sandflächen dienen den Kindern als Spielplatz.

Kostengünstig und prämiert

Die Siedlung gilt als Vorzeigeobjekt modernen Wohnungsbaus. So erhielten die Architekten einen 1. Preis beim Wettbewerb "Wer plant und baut kinderfreundlich?" (Auslober: Dresdner Bauspar AG, "Capital"). Neben der klaren städtebaulichen Ordnung lobte die Jury in ihrer Begründung auch Grundrissgestaltung und Kaufpreis.

aus der Bautafel:

  • Objektadresse:
    Gartensiedlung Westende,
    Huser Feld und Westender Weg,
    58313 Herdecke
  • Bauherrin: Herdecker Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH, 58313 Herdecke
  • Generalplanung, Bauleitung und Baukostensteuerung:
    Norbert Post und Hartmut Welters Architekten BDA + Stadtplaner SRL
    44135 Dortmund
  • Wohnfläche insgesamt: 4.100 Quadratmeter
  • Jahres-Heizwärmebedarf Typ A (insgesamt): 7492,40 kWh/a
  • Baukosten: rund 3,5 Millionen Euro

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