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Es geht noch 'was in Deutschland: Europas größtes Wasserstraßenkreuz eingeweiht

(12.10.2003) Ein bedeutendes Verkehrsprojekt wurde am Freitag, dem 10. Oktober 2003, in Magdeburg offiziell eröffnet: Nach knapp fünf Jahren Bauzeit wird das Wasserstraßenkreuz Magdeburg, die größte Wasserstraßenkreuzung Europas, für die Binnenschifffahrt freigegeben. Die Federführung für den Bau der Brücke über die Elbe, in der 24.000 Tonnen Stahl und 68.000 m³ Stahlbeton verarbeitet wurden, lag bei der zur MAN Gruppe gehörenden Firma Ferrostaal/DSD Stahlbau. Die Entwickler und Konstrukteure der beteiligten Firmen betraten mit dem bislang einmaligen Bauwerk technisches Neuland. So ist die Stahlbrücke mit einer maximalen Stützweite von 106 m (Abstand zwischen zwei Stützen) die größte Wasserbrücke überhaupt - siehe auch Bing-Maps und/oder Google-Maps.

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Durch die Kreuzung werden nun Hannover und Berlin direkt per Wasserstraße verbunden. Bisher mussten die Schiffe vom Mittellandkanal kommend umständlich über ein Schiffshebewerk und Abstiegskanäle über die Elbe zum Elbe-Havel-Kanal manövrieren. Die neue Brücke zusammen mit zwei neuen Schleusen schafft die direkte Verbindung zwischen den beiden Kanälen, die zugleich wasserstandsunabhängig ist. Planungen für solch ein Vorhaben gab es schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Erste Bauarbeiten wurden aber 1942 kriegsbedingt eingestellt. Im Zuge der deutschen Einheit und der Öffnung der osteuropäischen Märkte hatte die West-Ost-Verbindung neue Bedeutung gewonnen.

Die von Ferrostaal/DSD konzipierte und gebaute Wasserstraßenbrücke über die Elbe besteht aus zwei Teilen: der Vorlandbrücke, die vom Mittellandkanal kommend an die Elbe heranführt, sowie aus der eigentlichen Strombrücke über die Elbe. Die gesamte Konstruktion (918 m Länge) ist als Stahlkonstruktion ausgeführt. Die Durchfahrtshöhe auf der Elbe beträgt - im Falle des höchsten schiffbaren Wasserstandes - 6,50 m, womit ein dreilagiger Containerverkehr auf der Elbe möglich ist. Im "Trog" der Brücke beträgt der Normalwasserstand 4,25 m, die nutzbare Trogbreite liegt bei 32 m, sodass nun bis zu 110 m lange und über 11 m breite Schiffe mit 3500 t Bruttogewicht passieren können.

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